Äthiopiens rasantes Wirtschaftswachstum, angetrieben durch die Industrialisierung und den Ausbau der Agrarindustrie, bringt neue Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen mit sich. Zwar schaffen Branchen wie Gartenbau, Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse und Industrie weiterhin Arbeitsplätze, die erhöhte Produktionskapazität hat jedoch auch zu vermehrter Müllproduktion, ineffizienter Ressourcennutzung und zunehmendem Druck auf natürliche Ökosysteme geführt. Unternehmen sind zudem konfrontiert mit hohen Produktionskosten, begrenztem Zugang zu nachhaltigen Technologien und einem Mangel an Fachkräften, die umweltfreundliche Geschäftsmodelle umsetzen könnten.
© GIZ – Nebenprodukt des recycelten Kunststoffs
Gleichzeitig birgt das Land großes Potenzial für Strategien aus der Kreislaufwirtschaft. Nebenprodukte aus der landwirtschaftlichen Erzeugung, Plastikmüll und Industrieabfälle können zu Produkten mit wirtschaftlichem Mehrwert verarbeitet werden und so neue Möglichkeiten eröffnen. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU), innovationsorientierte Start-ups und KMU-Cluster-Standorte können maßgeblich von grünen Geschäftspraktiken profitieren, die Arbeitsplätze schaffen und dabei die negativen Auswirkungen auf das Klima reduzieren.
Um diese Herausforderungen anzugehen, unterstützt Invest for Jobs private Unternehmen, die Ansätze aus der Kreislaufwirtschaft umsetzen. Das Programm befasst sich mit der gesamten Wertschöpfungskette – angefangen bei der Modernisierung der Wertstoffsammlung mithilfe innovativer IT-Lösungen, über die verstärkte Nutzung von landwirtschaftlichen Abfallprodukten und Plastikmüll in der Produktion, bis zur Entwicklung innovativer neuer Produkte. Beispiele dafür sind etwa ein Papier, das aus Bananenstauden hergestellt wird, oder Tierfutter aus Avocadoabfällen. Mithilfe dieser Partnerschaften wird der Grundstein für eine grünere und wettbewerbsfähigere Wirtschaft in Äthiopien gelegt.
© GIZ – Arbeiten an der Kunststoffzerkleinerungsanlage