Baumwollfeld Tambacounda in Senegal  © GIZ / Hamet Diop

Revitalisierung des senegalesischen Textilsektors

Senegal – ein Nischenmarkt
für hochwertige Baumwollprodukte

Projektdaten

Ausgangslage und Herausforderungen

Unausgeschöpfte Produktionskapazität

Baumwolle ist eines der wichtigsten Exportgüter der senegalesischen Landwirtschaft. Mit zwei Hauptakteuren, die eng zusammenarbeiten, ist der Baumwollsektor im Land sehr gut strukturiert: Der Nationale Verband der Baumwollproduzenten (FNPC) organisiert die Produktion und vertritt mehr als 1.800 Bauernorganisationen während die Gesellschaft für die Entwicklung von Textilfasern (Sodefitex) die Industrie entwickelt und den Baumwollhandel organisiert. Dank ihrer Bemühungen entspricht ein Großteil der in Senegal produzierten Baumwolle bereits nachhaltigen Standards wie der Better Cotton Initiative (BCI) und dem Global Organic Textile Standard (GOTS).

In den letzten Jahren sank die Produktion dennoch erheblich. Grund dafür sind die instabilen Baumwollpreise auf dem Weltmarkt sowie die Konkurrenz hochmechanisierter Produktionsregionen wie Asien und die USA. Zusätzlich reduzierten schwache Niederschlagsmengen den Ernteertrag und ließen die Preise steigen. Heute erreicht Senegal nur noch 20 Prozent der geschätzten 60.000 Tonnen, die das Land jährlich produzieren könnte.

Die Auswirkungen der Klima- und Corona-Krise haben allerdings auch ein Umdenken in Industrie und Handel bewirkt: Senegal will sich mit neuen Wertschöpfungsketten unabhängig machen und das Potenzial des gesamten Kontinents nutzen.

PROJEKTANSATZ UND PROJEKTZIELE

Etablierung der gesamten Wertschöpfungskette im Land

Um das Land in seinem Engagement zu bestärken, unterstützt die Sonderinitiative Ausbildung und Beschäftigung gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnern durch weitere Maßnahmen: Darunter die Ausbildung von Baumwollbauern, die Anschaffung von Geräten zur Mechanisierung der Landwirtschaft und zur Verbesserung der Ernten sowie die Revitalisierung zweier Textilunternehmen, Domitexka und NSTS, in Thiès und Kaolack.

Ziel des gemeinsamen Projekts ist es, den senegalesischen Textilsektor nachhaltig zu sanieren und den vertikalen Produktionsansatz im Land – von der Baumwollproduktion zur lokal produzierten Konfektionskleidung – neu zu entwickeln.

Eine von Invest for Jobs, der senegalesischen Investitionsagentur APIX und dem Gesamtverband der deutschen Maschenindustrie Gesamtmasche e.V. durchgeführte Studie zeigt ein großes Potenzial für Senegal als Nischenmarkt für den Absatz von Bio-Baumwolle. Die nationale Regierung ist ebenfalls daran interessiert, die Baumwollproduktion zu steigern. Sie subventioniert beispielsweise die Produktion, um einen konkurrenzfähigen Preis auf dem Weltmarkt zu erzielen.

Sodefitex und FNPC, die senegalesischen Partner aus der Textilindustrie, haben bereits einen Projektplan erarbeitet, der mindestens 2.000 Bauern in die Umsetzung einer nachhaltigen und ökologischen Baumwollstrategie einbinden soll. Die lokal produzierte Baumwolle soll nicht wie bisher in Asien, sondern in den beiden Textilunternehmen Domitexka und NSTS in Kaolack und Thiès verarbeitet werden. In den Fabriken wurden im Rahmen eines Feldbesuchs europäische Spinn-, Web-, und Wirkmaschinen aus den 1980er Jahren entdeckt. Die Standorte befinden sich nun in der technischen Instandsetzung und der Vorbereitung auf die Zertifizierung. Durch die Modernisierung der beiden Unternehmen sollen bis 2022 rund 950 neue Jobs geschaffen werden.

Arbeiter in Textilfirma
© GIZ // Arbeiter in der revitalisierten Textilfirma Domitexka während der Testphase


Ausländische Investoren prüfen mit Hilfe des geschaffenen Netzwerkes außerdem die Möglichkeiten, eine Bekleidungsindustrie vor Ort aufzubauen, um die Wertschöpfungskette zu vervollständigen. Gesamtmasche e.V. begleitet den gesamten Prozess beratend.

AKTUELLER STATUS UND AUSBLICK

Von der Baumwollproduktion zur lokal produzierten Konfektionskleidung

Zwischen Kaolack und Tambacounda stellen derzeit bereits rund 2.000 Bauern ihre Produktion auf Bio-Baumwolle um. Ziel ist es, bis 2022 die Produktion von Bio-Baumwolle und Baumwolle gemäß Better Cotton Initiative auf 150 und 240 Tonnen zu verdreifachen. Geplant ist außerdem, mit der Regierung eine Produktionsstrategie für die nächsten zehn Jahre zu entwickeln.

Bauerinnen und Bauern auf einem Baumwollfeld in Senegal
© GIZ / Hamet Diop // Bauerinnen und Bauern auf einem Baumwollfeld in Senegal


Mit der Firma Manobi wird darüber hinaus eine digitale Traceability-Anwendung für den Baumwollsektor entwickelt. Mit der Applikation wird es möglich sein, alle Produktionsschritte zu verfolgen, zu dokumentieren und zu visualisieren – vom Baumwollfeld, über die Faserverarbeitung bis hin zum Versand. Parallel dazu baut das tunesische Unternehmen Zintex nahe Dakar mit Hilfe von Invest for Jobs das Dakar Design Hub auf. In dem Kreativzentrum sollen künftig rund 300 junge Menschen ausgebildet und 200 neue Jobs geschaffen werden. 

Durch das Gesamtpaket dieser Ansätze werden mittelfristig alle wesentlichen Elemente der lokalen Wertschöpfung vorhanden sein.

Download Projektfactsheet (EN)


Das Projekt zur Revitalisierung des senegalesischen Textilsektors wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Rahmen von Invest for Jobs im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durchgeführt.

Projektstatus

Durchführung

Projektstandorte


Senegal Kaolack, Thiès, Tambacounda, Dakar

Projektziele

Textilsektor wiederbeleben Wertschöpfungskette etablieren Textilunternehmen revitalisieren Produktqualität steigern Arbeitsplätze schaffen

Sektor

Textil

Ein Projekt mit

Unternehmen

Menschen und Geschichten

Korbwarenhandwerk made in Senegal

Kontakt

Wir freuen uns auf Ihre Nachricht

Bitte überprüfen Sie folgende Felder:
Vielen Dank! Wir melden uns schnellstmöglich bei Ihnen.

Pressekontakt

Telefon: 030 / 18 535-28 70 oder -24 51

Telefax: 030 / 18 535-25 95

E-Mail: presse@bmz.bund.de

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Pressestelle ausschließlich Anfragen von Journalistinnen und Journalisten beantwortet.