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Signs of Success: Barrierefreie Jobs schaffen  

Inklusive Beschäftigung 
in Ghanas Textilindustrie 

Ausgangslage und Herausforderungen

Invest for Jobs engagiert sich für faire Arbeitsbedingungen und die Gleichstellung von gehörlosen und schwerhörigen Menschen.

Weltweit machen Personen mit Behinderungen etwa 16 Prozent der Bevölkerung aus. Ausbildungslücken und nicht auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Arbeitsplätze machen ihnen den Zugang zum Arbeitsmarkt weiterhin schwer (Weltbank 2025). Studienergebnisse aus OECD-Ländern zeigen außerdem, dass Menschen mit Behinderungen mit geringerer Wahrscheinlichkeit als solche ohne Einschränkungen eingestellt werden. Dies macht Initiativen, die den Zugang breiterer Bevölkerungsschichten zum Arbeitsmarkt ermöglichen wollen, besonders wertvoll (OECD 2022). Sehr deutlich tritt dies in Ghana zutage, wo gehörlose und schwerhörige Menschen trotz Qualifikation und Motivation von vielen Berufsfeldern ausgeschlossen bleiben. Gleichzeitig erlebt Ghanas Textil- und Bekleidungsindustrie einen Wachstumsschub und birgt damit das Potenzial für zunehmend mehr Arbeitsplätze.  

 

 © GIZ Thorsten Thor

 

Hier setzt das Projekt „Signs of Success“ an, für das Invest for Jobs mit zwei Partnern zusammenarbeitet: mit DTRT Apparel – einem führenden Bekleidungshersteller in Ghana – und mit der Ghana National Association of the Deaf (GNAD) – dem landesweiten Vertretungsorgan für gehörlose Menschen. Im Rahmen des Projekts werden über 200 gehörlose und schwerhörige Menschen als Näherinnen und Näher in den Werken von DTRT in Accra und Tema ausgebildet. Nach Abschluss der Ausbildung werden sie vom Unternehmen angestellt. Zudem wird das Aufsichtspersonal der Fabriken von DTRT mit der Unterstützung von Invest for Jobs in ghanaischer Gebärdensprache unterwiesen, damit es besser mit der neuen Belegschaft kommunizieren kann. Außerdem wird der Arbeitsplatz inklusiver gestaltet. Ein Beispiel: Neben konventionellen Feueralarmen wurden auch optische Signale installiert, die im Brandfall auslösen und die Arbeitssicherheit für gehörlose Menschen verbessern.  

Projektansatz und Projektziele

Kompetenzen stärken und den Weg in Richtung einer menschenwürdigen Erwerbstätigkeit ebnen

Die Ausbildung ist praxisorientiert und inklusiv, da die Auszubildenden im tatsächlichen Produktionsumfeld lernen und der Lernprozess dank klarer Instruktionen niedrigschwellig und ansprechend aufgebaut ist. Um diesen Ansatz zu stärken, hat das Aufsichtspersonal bei DTRT spezielle Schulungen für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen besucht. So werden Vertrauen und Verständnis innerhalb der Belegschaft aufgebaut. Wasantha Perera, Geschäftsführerin von DTRT, erläutert: „Wir möchten, dass sich jeder bei uns willkommen fühlt. Unser Aufsichtspersonal und unsere Angestellten wurden dahingehend sensibilisiert, wie sie ihre gehörlosen Kollegen unterstützen können. Wir haben außerdem ein sicheres und auf ihre Bedürfnisse abgestimmtes Arbeitsumfeld geschaffen, damit sie sich voll entfalten können.“

 

 © GIZ Thorsten Thor

 

Invest for Jobs erweitert diesen Ansatz, indem es die Entwicklung maßgeschneiderter Lernmaterialien fördert. Beispiele dafür sind etwa ein Gebärdensprachewörterbuch speziell für die Bekleidungsindustrie sowie eine Reihe von Video-Tutorials, die zukünftige Ausbildungszyklen ergänzen. Für viele der neuen Angestellten sind diese Maßnahmen persönlich bereichernd. Carolyne Quartey, Näherin bei DTRT, berichtet von einer deutlich spürbaren Veränderung: „Bevor ich hier anfing, konnte ich kaum am Arbeitsplatz kommunizieren und fühlte mich oft ausgeschlossen. Bei DTRT fühle ich mich verstanden. Die Leute hier hören mir zu – und das war für mich ganz entscheidend.“ 

Status und Ausblick

Neue Standards für nachhaltige Inklusion in Ghanas Bekleidungssektor schaffen

Bis Dezember 2026 soll das Projekt 200 menschenwürdige Arbeitsplätze für gehörlose und schwerhörige Personen schaffen. Juventus Dourinaah Esq. von der Ghana National Association of the Deaf erklärt: „Signs of Success verändert die öffentliche Wahrnehmung. Die Initiative zeigt, dass gehörlose Menschen in regulären Beschäftigungsverhältnissen hervorragende Leistungen abrufen können und beweist, dass sie fähig und kompetent sind.“

Das Projekt leistet zudem einen Beitrag zu den Verpflichtungen der Amman-Berlin-Erklärung zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen. Diese fordert, dass mindestens 15 Prozent der nationalen Entwicklungsprogramme die Inklusion von Menschen mit Behinderungen fest integrieren. „Signs of Success“ geht auf diese Forderung ein, indem es die Möglichkeiten zur Kompetenzentwicklung vervielfacht und sich dafür einsetzt, den Weg in Richtung menschenwürdiger Beschäftigung zu ebnen. Das Projekt fördert gute Arbeitsplätze und eine inklusive wirtschaftliche Teilhabe, insbesondere für marginalisierte Gruppen, und steht damit im Einklang mit den Prioritäten des BMZ.

 

 © GIZ Thorsten Thor

 

Langfristig soll das Projekt aufzeigen, dass Unternehmen davon profitieren, wenn sie vollständig inklusive Arbeitsplätze schaffen, an denen Mitarbeitende ihr volles Potenzial ausschöpfen können. Es soll Betriebe zu inklusiven Beschäftigungspraktiken ermutigen. Wasantha Perera fasst zusammen: „Die Menschen stehen an erster Stelle. Wenn deine Angestellten glücklich sind, dann machen sie auch deine Kunden glücklich. Das ist der Grundstein eines erfolgreichen Unternehmens.“

 

Die Zusammenarbeit mit DTRT wird im Rahmen der Sonderinitiative „Gute Beschäftigung für sozial gerechten Wandel“ von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durchgeführt. 

Projektdaten

Projektstatus

Durchführung

Projektstandorte


Ghana Accra

Projektziele

Entwicklung inklusiver Fähigkeiten Schaffung von Arbeitsplätzen Inklusive Kommunikation am Arbeitsplatz

Sektor

Textil

Ein Projekt mit

Unternehmen Kammern und Verbänden

Partner

DTRT Apparel Ltd. Ghana National Association of the Deaf (GNAD) 

Kontakt

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Unter der Marke Invest for Jobs hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) eine Reihe von Angeboten gebündelt, um deutsche, europäische und afrikanische Unternehmen bei ihrem beschäftigungswirksamen Engagement in Afrika zu unterstützen. Die Sonderinitiative „Gute Beschäftigung für sozial gerechten Wandel“ – so der offizielle Titel – bietet umfassende Beratung, Kontakte und finanzielle Unterstützung zur Beseitigung von Investitionshemmnissen. Das entwicklungspolitische Ziel ist es, gemeinsam mit Unternehmen bis zu 100.000 gute Arbeitsplätze zu schaffen und die Arbeitsbedingungen sowie die soziale Absicherung in den afrikanischen Partnerländern zu verbessern.

Partnerländer: Ägypten, Äthiopien, Côte d’Ivoire, Ghana, Marokko, Ruanda, Senegal und Tunesien.

Erfahren Sie mehr über unsere Leistungen für Unternehmen, Hochschulen, Kammern und Verbände: https://invest-for-jobs.com/leistungen

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