Ein wirkungsvoller Impuls war die Gründung des neuen Frauenverbands SHEPAG (Women Processors Association of Ghana) im ersten Projektjahr. Als Reaktion auf den geringen Frauenanteil in der landwirtschaftlichen Wertschöpfung positioniert sich SHEPAG als Dienstleister in punkto Qualität für Unternehmerinnen in der Weiterverarbeitung. Im Fokus stehen aktuell Produkte wie Tiefkühlkost aus Cassava und Yam.
Ein weiterer Meilenstein ist die Digitalisierung von Verbandsprozessen. In Zusammenarbeit mit der Accra Technical University und dem PartnerAfrika-Projekt der AFOS-Stiftung wurden digitale Lösungen zur Erfassung von Produktionsdaten entwickelt. Diese Systeme sollen künftig Prozesse effizienter gestalten und eine bessere Nachverfolgbarkeit der Lieferketten ermöglichen – zentrale Voraussetzungen für den Export in europäische Märkte, insbesondere im Kontext des europäischen Lieferkettengesetzes.
Parallel dazu wurde die Produktion von Biodünger auf Biokohlebasis angestoßen. Eine in Deutschland gefertigte Anlage zur Herstellung von Biokohle wurde 2024 in Ghana in Betrieb genommen. Erste Tests mit unterschiedlichen Biomassen zeigen: Die Biokohle verbessert die Bodenqualität, steigert die Ernteerträge und reduziert den Einsatz chemischer Dünger, wodurch ein Beitrag zur CO2-Minderung in der landwirtschaftlichen Produktion geleistet wird.
Ananas Sorte Smooth Cayenne. © BGA
Eine innovative Maßnahme ist die Einrichtung von Kinderbetreuungseinrichtungen auf Farmen, um Landarbeiterinnen eine regelmäßige Erwerbstätigkeit zu ermöglichen. Nachdem bestehende Gebäude als nicht nutzbar eingestuft wurden, wurde entschieden, Kindergärten auf zwei Pilotfarmen neu zu bauen. Die Genehmigungsverfahren wurden 2024 erfolgreich abgeschlossen. Der Bau der Kindergärten beginnt im Februar 2026 und soll bis Sommer 2026 abgeschlossen sein. Eine finanzielle Beteiligung der ghanaischen Farmen in Höhe von 40 Prozent der Baukosten ist vorgesehen.
Der bisherige Projektverlauf zeigt: Die Kombination aus praxisnaher Qualifizierung, Digitalisierung, gezielter Förderung von Frauen und innovativem Ressourcenmanagement wie Biodünger stärkt nicht nur die Exportfähigkeit, sondern auch die soziale Resilienz im ländlichen Raum.
Das Partnerschaftsprojekt wird im Rahmen der Sonderinitiative „Gute Beschäftigung für sozial gerechten Wandel“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) über sequa gGmbH gefördert.