Lagerhalle von Prime Prestige

Côte d’Ivoire: Herstellung von „Technically Specified Rubber“

Vom Rohkautschuk zum
standardisierten Exportprodukt

AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN

Wertschöpfung im eigenen Land

Im Zeitraum von 2010 bis 2022 ist die globale Nachfrage nach Kautschuk um 40 Prozent gestiegen. Côte d’Ivoire ist in dieser Zeit zum viertwichtigsten Kautschukexporteur der Welt und zur Nummer Eins auf dem afrikanischen Kontinent geworden. Das Land verfügt über ideale klimatische Bedingungen zum Anbau von Kautschukbäumen und produziert mittlerweile über eine Million Tonnen Kautschuk im Jahr.

Kautschuk wird gewonnen, indem die Rinde des Baums eingeritzt und der austretende Milchsaft –auch bekannt als “Latex“ – aufgefangen wird. Durch Gerinnung entsteht daraus der sogenannte Rohkautschuk. Auf den Weltmärkten wird Kautschuk überwiegend als Technically Specified Rubber (TSR) gehandelt. Hierzu muss der Rohkautschuk zerkleinert, gereinigt und getrocknet werden. Er wird von den Abnehmern anschließend zu Gummi weiterverarbeitet, das ein unverzichtbarer Bestandteil von Autoreifen und zahlreichen Industrie- und Alltagsprodukten ist.

Côte d’Ivoire exportiert noch immer fast ein Drittel seiner Produktion als Rohkautschuk. Den Unternehmen entgehen dadurch bedeutende Einnahmen, und die für die Weiterverarbeitung nötigen Jobs werden in den Abnehmerländern geschaffen. Die Regierung hat daher das Ziel ausgegeben, ab 2025 nur noch standardisierten TSR-Kautschuk auszuführen. So soll ein möglichst hoher Teil der arbeitsintensiven Wertschöpfung im eigenen Land erfolgen, was dringend benötigte Arbeitsplätze schaffen kann.

PROJEKTANSATZ UND PROJEKTZIELE

Eine Anlage zur Verarbeitung von Rohkautschuk

Das Privatunternehmen Prime Prestige aus Abidjan handelt sowohl mit Rohkautschuk als auch mit TSR-Kautschuk und verkauft seine Produkte an internationale Abnehmer. Prime Prestige betreibt dazu drei eigene Sammelstellen an denen es den Rohkautschuk von den Betreiberinnen und Betreibern der Plantagen sowie von landwirtschaftlichen Kooperativen kauft. Bisher verfügt das Unternehmen aber nicht über eigene Anlagen zur Herstellung von TSR-Kautschuk und ist bei diesem Arbeitsschritt auf die Zusammenarbeit mit anderen Firmen angewiesen.

Mit Unterstützung von Invest for Jobs wird das Unternehmen in der etwa 80 Kilometer nördlich von Abidjan gelegenen Stadt Diapé eine eigene TSR-Anlage bauen und in den Hauptanbauregionen des Landes sechs weitere Sammelstellen für Rohkautschuk eröffnen. Bei Vollauslastung soll die neue Anlage jährlich rund 30.000 Tonnen TSR-Kautschuk herstellen können, der den Normen der internationalen Einkäufer entspricht. Der Aufbau von Verarbeitungskapazitäten durch Prime Prestige wird Arbeitsplätze schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit der ivorischen Kautschukindustrie weiter erhöhen. Gleichzeitig kann das Unternehmen damit die staatliche Auflage erfüllen, bis 2025 nur noch TSR-Kautschuk zu exportieren, und sich an das veränderte Marktumfeld anpassen.

STATUS UND AUSBLICK

Neue Jobs für 233 Personen

Durch die Zusammenarbeit mit Prime Prestige sollen an den sechs neuen Sammelstationen insgesamt 114 Vollzeitstellen geschaffen werden. Zum Betrieb der TSR-Produktionsanlage in Diapé werden innerhalb von drei Jahren 119 Personen eingestellt werden. Insgesamt wird Prime Prestige im Rahmen des Projekts somit 233 neue Jobs schaffen, die meisten davon im ländlichen Raum. Rund die Hälfte der neu Angestellten werden jünger als 24 Jahre sein, und das Investitionsvorhaben leistet auf diese Weise auch einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Jugendarbeitslosigkeit. Alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden regulär bei Prime Prestige angestellt sein und profitieren von den gesetzlich vorgeschriebenen Sozialleistungen. Die Regierung von Côte d’Ivoire möchte außerdem Kapazitäten zur Herstellung von Gummiprodukten wie Autoreifen, Gummihandschuhen und anderen Produkten im eigenen Land schaffen. Auch diese Hersteller werden dafür sorgen, dass der Kautschukanbau eine Wachstumsbranche bleibt.

Insgesamt plant Prime Prestige Investitionen von 8,88 Mio. Euro. Die Fazilität Investitionen für Beschäftigung GmbH gewährt einen Zuschuss in Höhe von 1,75 Mio. Euro (20 %). Aus diesen Mitteln wird die Anschaffung der Maschinen bezuschusst, mit denen der Rohkautschuk gereinigt und getrocknet werden kann, um anschließend zu TSR-Kautschuk verarbeitet zu werden. Außerdem wird mit den IFB-Mitteln ein Labor zur Qualitätskontrolle des Endproduktes eingerichtet.

Die Fazilität Investitionen für Beschäftigung (IFB) GmbH der KfW Entwicklungsbank ist Teil der Sonderinitiative „Gute Beschäftigung für sozial gerechten Wandel“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Mit Hilfe ihrer Förderung beseitigt sie Hürden für die Schaffung von zusätzlichen und besseren Arbeitsplätzen in der Privatwirtschaft in den afrikanischen Partnerländern.

Projektdaten

Projektstatus

Durchführung

Projektstandorte


Côte d’Ivoire

Projektziele

Schaffung von Arbeitsplätzen Exportförderung

Sektor

Agrar- und Lebensmittelwirtschaft

Ein Projekt mit

Unternehmen

Partner

Kontakt

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Unter der Marke Invest for Jobs hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) eine Reihe von Angeboten gebündelt, um deutsche, europäische und afrikanische Unternehmen bei ihrem beschäftigungswirksamen Engagement in Afrika zu unterstützen. Die Sonderinitiative „Gute Beschäftigung für sozial gerechten Wandel“ – so der offizielle Titel – bietet umfassende Beratung, Kontakte und finanzielle Unterstützung zur Beseitigung von Investitionshemmnissen. Das entwicklungspolitische Ziel ist es, gemeinsam mit Unternehmen bis zu 100.000 gute Arbeitsplätze zu schaffen und die Arbeitsbedingungen sowie die soziale Absicherung in den afrikanischen Partnerländern zu verbessern.

Partnerländer: Ägypten, Äthiopien, Côte d’Ivoire, Ghana, Marokko, Ruanda, Senegal und Tunesien.

Erfahren Sie mehr über unsere Leistungen für Unternehmen, Hochschulen, Kammern und Verbände: https://invest-for-jobs.com/leistungen

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