Unternehmensförderung für ruandische Gartenbaubetriebe

Unternehmensförderung für ruandische Gartenbaubetriebe

Unterstützung für Unternehmen,
Kleinbäuerinnen und Kleinbauern

AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN

Ungenutztes Beschäftigungspotenzial im Gartenbausektor

Trotz raschen Wirtschaftswachstums bleibt der Agrarsektor das Rückgrat der ruandischen Wirtschaft. Nach Angaben des nationalen Statistikinstituts in Ruanda sind 69 Prozent der ruandischen Haushalte in der Landwirtschaft tätig. Der Sektor wird jedoch von der kleinbäuerlichen Subsistenzwirtschaft dominiert. Fast 91 Prozent der in der Landwirtschaft tätigen Haushalte bewirtschaften weniger als einen Hektar Land.

Die Umstellung von traditioneller auf kommerzielle Landwirtschaft birgt großes Potenzial, die Lebensbedingungen vieler Ruanderinnen und Ruander zu verbessern. Sowohl innerhalb als auch außerhalb der landwirtschaftlichen Betriebe können gute Beschäftigungsmöglichkeiten entstehen. Die Einbindung in globale Wertschöpfungsketten verspricht höhere Einkommen für Exporteure und Kleinbäuerinnen und Kleinbauern gleichermaßen. Im Jahr 2021 waren jedoch nur 41 Prozent der ruandischen Landarbeiterinnen und Landarbeiter in der marktorientierten Landwirtschaft beschäftigt, die meisten von ihnen mit Tagesverträgen und niedrigen Löhnen.

Aufgrund der weltweit steigenden Importnachfrage bietet der Gartenbausektor großes Geschäftspotenzial. Doch nur wenige ruandische kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bauen kommerziell Gemüse oder Obst an. Außerdem haben sie nicht die Marketingkapazitäten, um Beziehungen zu Premium-Käufern aufzubauen. Darüber hinaus fehlt es an den erforderlichen Managementkapazitäten und technischem Know-how, um die Quantität und Qualität ihrer Erträge zu verbessern, sowie an einem kontinuierlichen Zugang zu hochwertigen Betriebsmitteln und Logistik. KMU und Genossenschaften sind daher in der Regel nicht in der Lage, internationale Qualitätsstandards einzuhalten und ihre Produkte zu exportieren.

Infolgedessen bleiben die meisten Betriebe auf die Produktion für weniger profitable lokale Märkte beschränkt. Der ruandische Gartenbausektor hat also ein ungenutztes Potenzial, Exporte zu steigern und zur Verbesserung der Lebensbedingungen im Land beizutragen.

PROJEKTANSATZ UND PROJEKTZIELE

Kapazitäten aufbauen und neue Märkte erschließen

Um die Kommerzialisierung des ruandischen Gartenbausektors zu fördern und dadurch die Beschäftigungsmöglichkeiten und Arbeitsbedingungen zu verbessern, unterstützt Invest for Jobs IDH – ‘The Sustainable Trade Initiative’. Die international tätige Initiative ist ein Katalysator für private Investitionen zur Schaffung besserer Arbeitsplätze und besserer Einkommen auf globalen Märkten. In Ruanda arbeitet IDH daran, die Kapazitäten von Gartenbaubetrieben zu stärken, um ihre Exporte zu steigern und ihre Geschäftstätigkeit zu erweitern.

Mit Unterstützung von Invest for Jobs führt IDH Aktivitäten in drei Hauptbereichen durch: Kapazitätsaufbau bei KMU sowie Genossenschaften und deren Landwirtinnen und Landwirten, und Maßnahmen zur Marktförderung. Alle Maßnahmen sind auf die spezifischen Bedürfnisse der einzelnen Unternehmen und Genossenschaften zugeschnitten und basieren auf sorgfältigen Analysen und gemeinsam entwickelten Geschäftsplänen.

Einerseits erhalten die KMU die Möglichkeit, an Workshops teilzunehmen, Zugang zu Schulungen vor Ort und tägliche praktische Unterstützung. Dadurch können sie ihre Managementfähigkeiten verbessern und mehr Professionalität entwickeln. Zu den vermittelten Inhalten gehören beispielsweise verbesserter Pflanzenanbau, Bewässerung, Mechanisierung, Nacherntebehandlung, Zertifizierung, aber auch Marketing und Exportmanagement.

Andererseits stärkt IDH die organisatorischen, verwaltungstechnischen und finanziellen Kapazitäten der Genossenschaften. Ihre Mitglieder werden in die Lage versetzt, gute landwirtschaftliche Praktiken im Einklang mit Standards für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz anzuwenden. Bei allen Schulungen sind die Förderung weiblicher Führungskräfte und das Einbeziehen von Jugendlichen ein wesentlicher Bestandteil. Darüber hinaus fördert IDH die Durchsetzung gesetzlicher Sozialversicherungssysteme, wie z. B. die Krankenversicherung. Auch freiwillige Initiativen, wie z. B. die Einrichtung von Spargemeinschaften für Landwirtinnen und Landwirte innerhalb der Genossenschaften, werden unterstützt.

Darüber hinaus fördert IDH die Erschließung neuer Geschäftsbeziehungen. Um internationale Geschäftsmöglichkeiten zu erkennen und höhere Gewinnspannen zu erzielen, befähigt IDH die KMU, relevante Marktinformationen wie Branchentrends, Standards und Käuferpräferenzen zu nutzen. Darüber hinaus unterstützt IDH die Unternehmen beim Aufbau von Beschaffungspartnerschaften mit internationalen Einkäufern und stattet sie mit dem notwendigen Fachwissen aus, um die Sichtbarkeit ihrer Produkte zu erhöhen.

AKTUELLER STATUS UND AUSBLICK

Neue gute Arbeitsplätze und verbesserte Arbeitsbedingungen

Die Zusammenarbeit zwischen Invest for Jobs und IDH begann im Mai 2021. Nach einer öffentlichen Ausschreibung und sorgfältiger Auswahl wurden Partnerschaften mit vier vielversprechenden KMU aus dem Gartenbausektor geschlossen. Jedes der Unternehmen schlug außerdem Genossenschaften für eine Zusammenarbeit vor, von denen letztendlich sieben ausgewählt wurden. Für die Unternehmen und Genossenschaften wurden konkrete Interventionspläne, Schulungen und Marketingstrategien entwickelt, die auf einer ersten Bedarfsanalyse basierten.

Bis Ende 2023 unterzeichneten 17 internationale Unternehmen Kaufverträge mit den ruandischen KMU. Außerdem nahmen 2.378 Menschen an beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen teil. Der Wert der Gartenbauerzeugnisse, die die Genossenschaften an die KMU verkauften, stieg um das Fünffache. Im Gegenzug erhöhte sich das gesamte Exportvolumen der KMU von durchschnittlich 25 auf 44 Tonnen pro Woche. Die teilnehmenden KMU exportierten hauptsächlich Bohnen, Chili, Passionsfrüchte und Avocados.

Infolgedessen fanden 501 Menschen eine neue, gute Beschäftigung, davon 300 Frauen und 217 Jugendliche unter 24 Jahren. Außerdem wurden 7.169 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in internationale Wertschöpfungsketten integriert. 2.863 Menschen, darunter 1.991 Frauen und 461 Jugendliche, profitieren von verbesserten Arbeitsbedingungen und höheren Einkommen, die ihnen eine bessere Lebensgrundlage in Ruanda ermöglichen.

Nach dem Erfolg der ersten Phase wurde im Dezember 2023 eine zweite Projektphase ins Leben gerufen. Sechs weitere KMU und sechs Genossenschaften wurden ausgewählt. Das Projekt zielt nun darauf ab, weitere 550 neue gute Arbeitsplätze zu schaffen, 2.000 Menschen eine Ausbildung zu ermöglichen sowie die Arbeitsbedingungen für 2.000 Menschen zu verbessern.

Die Unternehmensförderung für ruandische Gartenbaubetriebe wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Rahmen der Sonderinitiative "Gute Beschäftigung für sozial gerechten Wandel" unterstützt.

Projektdaten

Projektstatus

Durchführung

Projektstandorte


Ruanda Kigali

Projektziele

Schaffung von Arbeitsplätzen Ausbildung nachhaltiger Handel

Sektor

Agrar- und Lebensmittelwirtschaft

Ein Projekt mit

Unternehmen

Partner

IDH – the Sustainable Trade Initiative

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