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Tunesien: Drei neue ELIFE-Ausbildungszentren

Benachteiligte Regionen
sollen vom IKT-Boom profitieren

AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN

Gute Gehälter in der IKT-Branche

Unternehmen der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) sind in Tunesien zu wichtigen Arbeitgebern geworden. Studien prognostizieren, dass der Sektor im Jahr 2025 bis zu 6,8 Prozent zur Wirtschaftsleistung beitragen wird. Gerade die Digitalisierung von Branchen wie der Nahrungsmittelindustrie, Finanzdienstleistungen oder der öffentlichen Verwaltung hat das Potenzial, durch Effizienzsteigerungen zum Wirtschaftswachstum beizutragen. Doch obwohl viele Unternehmen Gehälter zahlen, die deutlich über dem Durchschnitt liegen, haben sie Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu finden. Hinzu kommt, dass die Ausbildungsinhalte tunesischer Bildungseinrichtungen im Bereich IKT in vielen Fällen nicht den Anforderungen der Arbeitgeber entsprechen. Wie andere Länder befindet sich Tunesien in einem Wettbewerb um gute IT-Fachkräfte und setzt daher verstärkt darauf, junge Leute für eine Karriere in diesem Bereich zu begeistern und zu qualifizieren.

Vor allem Regionen außerhalb des Ballungsraums Tunis konnten bisher kaum vom Wachstum des IKT-Sektors profitieren und leiden unter einer besonders hohen Jugendarbeitslosigkeit. Im Süden, im Nordwesten und im Zentrum des Landes gibt es nur wenige Jobs in Zukunftsbranchen, und junge Arbeitsuchende haben es außerhalb von Branchen wie der Landwirtschaft oder dem Tourismus schwer, einen Arbeitsplatz zu finden. Der wachsende tunesische IKT-Sektor bietet ihnen Beschäftigungsalternativen – vorausgesetzt, sie haben die entsprechenden Qualifikationen.

PROJEKTANSATZ UND PROJEKTZIELE

Drei neue Ausbildungs- und Technologiezentren entstehen

Unser Partner, die 2016 gegründete 'Fondation Tunisie pour le Développement' engagiert sich für die Ausbildung junger Tunesierinnen und Tunesier und für die wirtschaftliche Förderung benachteiligter Regionen des Landes. Eines der Ziele ist es, Tunesien als Standort für IKT-Unternehmen noch attraktiver zu machen. Die Stiftung hat bereits vier sogenannte ELIFE-Ausbildungszentren in Tunesien errichtet. Mit Unterstützung von Invest for Jobs werden nun drei weitere Zentren in den Regionen Sidi Bouzid, Tozeur und Kairouan gebaut. Jedes der vierstöckigen Bildungszentren soll über fünf Unterrichtsräume, zwei Open Spaces, eine Digitalwerkstatt („Fablab“) und ein Aufnahmestudio für E-Learning-Angebote verfügen.

Pro Jahr sollen an jedem Zentrum 120 Absolventinnen und Absolventen von technischen Universitäten, die bisher noch nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, eine Zusatzausbildung im Bereich IKT erwerben. Die Lerninhalte werden gemeinsam mit anderen Bildungseinrichtungen entwickelt und angeboten. Zusätzlich wird es Kurse geben, die auf die spezifischen Bedürfnisse lokaler Unternehmen zugeschnitten sind. Sie sollen technische Qualifikationen in zukunftsträchtigen Branchen wie Photovoltaik und Erneuerbare Energien vermitteln. 600 Personen sollen jährlich diese kürzeren Programme durchlaufen. Außerdem wird es ein Incubator-Programm geben, an dem jedes Jahr 20 bis 30 Start-ups teilnehmen. Die Auswahl der Start-ups erfolgt in einem kompetitiven Verfahren. Erfolgreiche Bewerbungen profitieren dann von Coaching- und Mentoring-Programmen und werden auf dem Weg zur Unternehmensgründung begleitet.

© FTD

STATUS UND AUSBLICK

Ein Netzwerk an Partnerunternehmen

Die Absolventinnen und Absolventen der ELIFE-Zentren können schon während der Ausbildung Kontakt zu potenziellen Arbeitgebern knüpfen. Unsere Partnerstiftung ‘Fondation Tunisie pour le Développement’ kooperiert eng mit der ‘Association Tunisienne pour la Communication et la Technologie’ (TACT) – einem Verband von rund 30 großen IKT-Unternehmen, die an den neuen Zentren Jobmessen, Vorträge und Hackathons anbieten werden. Durch das breite Unternehmensnetzwerk, zu dem auch die TACT-Mitglieder gehören, sollen 1.260 neue Jobs geschaffen werden. Zum Betrieb der drei neuen ELIFE-Zentren werden 36 Personen eingestellt. Es wird davon ausgegangen, dass mindestens die Hälfte der neuen Jobs an Frauen gehen. Insgesamt sollen mehr als 2.500 Personen innerhalb von drei Jahren die Trainings der ELIFE-Zentren durchlaufen.

Die Stiftung plant Investitionen von 6,89 Mio. Euro. Die Fazilität Investitionen für Beschäftigung GmbH beteiligt sich daran mit einem Zuschuss von 4,9 Mio. Euro (71 Prozent). Davon werden Planung und Bau der Ausbildungszentren sowie deren technische Ausstattung finanziert. Die laufenden Betriebskosten werden von der Stiftung übernommen, die sich aus Spenden und vor allem aus den Zuwendungen ihres Gründers finanziert. Die tunesische Agentur für Beschäftigung und Berufsbildung (ANETI) zahlt zusätzlich eine Prämie an die Zentren für Absolventinnen und Absolventen, die erfolgreich in eine Beschäftigung vermittelt werden konnten.

Die Fazilität Investitionen für Beschäftigung (IFB) GmbH der KfW Entwicklungsbank ist Teil der Sonderinitiative „Gute Beschäftigung für sozial gerechten Wandel“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Mit Hilfe ihrer Förderung beseitigt sie Hürden für die Schaffung von zusätzlichen und besseren Arbeitsplätzen in der Privatwirtschaft in den afrikanischen Partnerländern.

Projektdaten

Projektstatus

Durchführung

Projektstandorte


Tunesien Sidi Bouzid, Tozeur, Kairouan

Projektziele

Neue Arbeitsplätze Ausbildungsmöglichkeiten

Sektor

IKT & Digitale Wirtschaft

Ein Projekt mit

NGOs

Partner

Fondation Tunisie pour le Développement

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