GIZ Photo Sousse 28 09 2021

Initiative Industrie 4.0 in Tunesien

Moderne Industrien 
für globale Wettbewerbsfähigkeit

Ausgangslage und Herausforderungen

Starker Industriepartner auf dem Weg in die Zukunft

Die bestehende Industrie in Tunesien – etwa in den Sektoren Textil, Landwirtschaft, Pharma oder Automobil – bietet großes Potenzial, hochwertige Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen.

Nach Angaben der tunesischen Agentur für Industrie und Innovation zählen rund 4.600 Unternehmen mit mehr als einer halbe Million Beschäftigten zur Industrie des Landes. Aufgrund seiner geografischen Nähe zu Europa ist Tunesien ein wichtiger Industriepartner, insbesondere für Frankreich, Italien und Deutschland.

Gleichzeitig ist die Arbeitslosigkeit in Tunesien sehr hoch, insbesondere junge Menschen und Hochschulabsolventinnen und -absolventen sind betroffen. Für viele gut ausgebildete junge Menschen fehlen berufliche Perspektiven, entsprechend hoch ist die Abwanderung.

© GIZ - In dem ersten Kompetenzzentrum in Sfax werden Expertinnen und Experten in modernen, automatisierten Produktionsabläufen geschult.

Projektansatz und Projektziele

Initiative 4.0 bereitet den Weg der Transformation

Seit 2018 unterstützt Invest for Jobs im Rahmen der Initiative „Vers une Industrie 4.0“ das tunesische Industrieministerium bei der digitalen Transformation und Modernisierung tunesischer Industriebetriebe. Ziel ist es, die globale Wettbewerbsfähigkeit Tunesiens langfristig zu stärken, Innovationen zu fördern und Arbeitsplätze zu schaffen.

Dabei wurden fünf Kompetenzzentren für Industrie 4.0 in Zusammenarbeit mit den Industrieparks in Bizerte, Monastir, Sidi Thabet, Sousse und Sfax aufgebaut. Sie vernetzen Wirtschaft und Wissenschaft eng miteinander, beraten Unternehmen auf ihrem Weg zu Industrie 4.0 und qualifizieren Mitarbeitende durch Aus- und Weiterbildungen. Durch die Kompetenzzentren wird ein Netzwerk lokaler Industrie 4.0 Expertinnen und Experten sowie Trainerinnen und Trainer aufgebaut. Die Zentren stellen zudem moderne, automatisierte Maschinen wie industrielle 3D- und Laserdrucker oder computergesteuerte CNC-Fräsmaschinen für Trainings und das Testen von Innovationen bereit.

© GIZ -  Das deutsche Unternehmen Festo tauscht sich mit der tunesischen Industrieministerin Fatma Thabet über Kooperationen im Bereich Industrie 4.0 aus.


Neben dem Industrieministerium zählen unter anderem die staatlichen Agenturen für Industrie und Export zu den engen lokalen Partnern. Aus Deutschland begleiten seit Beginn der Initiative Institutionen wie das Fraunhofer-Institut und die Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg sowie Unternehmen wie Festo und Dräxlmaier die tunesische Industrieinitiative. Sie stellen beispielsweise Maschinen für Trainingszwecke zur Verfügung und leiten Expertinnen und Experten in ihrer Bedienung an. Die ausgebildeten Expertinnen und Experten wiederum leiten Fachkräfte in der Bedienung an und stellen die Maschinen zum Testen von Innovationen zur Verfügung.

Im Jahr 2025 haben im Rahmen der Initiative über 1.500 Personen an Aus- und Weiterbildungen teilgenommen. Zudem wurden rund 200 Arbeitsplätze geschaffen, für rund 800 Personen die Arbeitsbedingungen verbessert und 30 tunesische Industrieunternehmen führten 2025 Innovationen ein.

© GIZ - Das deutsche Unternehmen Festo tauscht sich mit der tunesischen Industrieministerin Fatma Thabet über Kooperationen im Bereich Industrie 4.0 aus.

Status und Ausblick

Mehr Produktivität und bessere Arbeitsbedingungen

Die Initiative Industrie 4.0 hat maßgeblich dazu beigetragen, Produktivität und Arbeitsbedingungen in der tunesischen Industrie zu verbessern. Das im Rahmen der Initiative gewachsene Innovationsökosystem, das Forschung, Industrie und Start-ups vernetzt, hat zugleich die Beschäftigungsfähigkeit junger Talente gestärkt.

© GIZ - Tunesische Unternehmen stellen Industrie-4.0-Anwendungen auf der Hannover Messe einem internationalen Fachpublikum vor.


Inzwischen ist dieses Kompetenznetzwerk für Industrie 4.0 und Künstliche Intelligenz selbsttragend. Die Steuerung der Initiative wurde im November 2025 erfolgreich an die zuständige Agentur des tunesischen Industrieministeriums übergeben, die eigens dafür einen Hub mit Steuerungsstruktur aufgesetzt hat. Eine nachhaltige Fortführung der erfolgreichen Maßnahmen ist gesichert.

 

Das Projekt wird im Rahmen der Sonderinitiative „Gute Beschäftigung für sozial gerechten Wandel“ von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt.

Projektdaten

Projektstatus

Durchführung

Projektstandorte


Tunesien Tunis

Projektziele

Schaffung von Arbeitsplätzen Bessere Arbeitsbedingungen Schulungen

Sektor

IKT & Digitale Wirtschaft Agrar- und Lebensmittelwirtschaft Textil

Ein Projekt mit

Unternehmen

Partner

Tunisian Ministry of Industry, Mining and Energy

Kontakt

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Unter der Marke Invest for Jobs hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) eine Reihe von Angeboten gebündelt, um deutsche, europäische und afrikanische Unternehmen bei ihrem beschäftigungswirksamen Engagement in Afrika zu unterstützen. Die Sonderinitiative „Gute Beschäftigung für sozial gerechten Wandel“ – so der offizielle Titel – bietet umfassende Beratung, Kontakte und finanzielle Unterstützung zur Beseitigung von Investitionshemmnissen. Das entwicklungspolitische Ziel ist es, gemeinsam mit Unternehmen bis zu 100.000 gute Arbeitsplätze zu schaffen und die Arbeitsbedingungen sowie die soziale Absicherung in den afrikanischen Partnerländern zu verbessern.

Partnerländer: Ägypten, Äthiopien, Côte d’Ivoire, Ghana, Marokko, Ruanda, Senegal und Tunesien.

Erfahren Sie mehr über unsere Leistungen für Unternehmen, Hochschulen, Kammern und Verbände: https://invest-for-jobs.com/leistungen

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