Ruandas ITK Sektor

Hochqualifizierte Arbeitskräfte für Ruandas IKT-Sektor

Ruanda eröffnet sich den Markt
der digitalen Bildbearbeitung

Projektdaten

AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN

Digitaler Pionier in Kinderschuhen

Ruanda positioniert sich seit Jahren als Pionier für digitale Technologien. Hunderte öffentliche Dienstleistungen können vollständig online genutzt werden und knapp 95 Prozent der Landesfläche sind durch 4G LTE Netzwerk abgedeckt. In den letzten Jahren wurden über 7.000 km Glasfaserkabel verlegt, um potenziellen Investoren zu zeigen, dass Ruanda ein attraktiver und exzellent vernetzter Standort für ihr digitales Geschäft ist.

Die digitale Wirtschaft des ostafrikanischen Landes befindet sich dennoch weiterhin in einer frühen Wachstumsphase. In 2020 trug der Sektor für Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) nur 2 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt Ruandas bei. Mit knapp 9.000 Personen waren im gleichen Jahr lediglich 0,26 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung in diesem Sektor tätig. Für die kommenden Jahre wird jedoch ein vergleichsweise schnelles Wachstum des IKT-Sektors vorausgesagt, der für das kleine Land zunehmend an Bedeutung gewinnt. Bis 2025 sollen 7 Prozent aller Exporte aus dem IKT-Sektor kommen – ein deutlicher Sprung verglichen mit 0 Prozent in 2018.

Innerhalb des IKT-Sektors ist der Bereich der digitalen Bildbearbeitung in Ruanda besonders schwach ausgeprägt. Während Länder wie die Philippinen oder Indien bereits zu internationalen Größen im Bildbearbeitungsmarkt aufgestiegen sind, fällt es Ruanda schwer, Investoren für diesen Nischenmarkt zu gewinnen oder lokale Unternehmen zu fördern. Bislang mangelt es an technischem Know-how und qualifiziertem Personal, obwohl der Bedarf durch Medienhäuser und für internationale Dienstleistungsexporte besteht. Um das Beschäftigungs- und Innovationspotenzial dieses Teilsektors der ruandischen Digitalwirtschaft voll auszuschöpfen, brauchen junge Talente und Unternehmen die richtige Förderung.

PROJEKTANSATZ UND PROJEKTZIELE

IT-Talente als Grundstein des Bildbearbeitungssektor

Das Unternehmen Schnell Media bietet digitale Bildbearbeitungsdienste für Onlinehändler, Verlage, Fotostudios und viele andere Kunden aus der Mode-, Lebensmittel-, Automobil- und weiteren Branchen. Neben der deutschen Zentrale hat Schnellmedia beschlossen, in 2021 eine Niederlassung in Ruanda zu gründen, um von hieraus Bildbearbeitungsdienstleistungen für den internationalen Markt anzubieten.

Invest for Jobs unterstützt Schnell Media finanziell bei der Ausbildung von qualifiziertem Personal für ihre ruandische Niederlassung und für den IKT-Sektor im Allgemeinen. Um Qualifikationsdefizite systematisch zu beseitigen und den Markteintritt von Schnell Media in Ruanda zu erleichtern, hat Invest for Jobs im Rahmen des Projekts auch eine strategische Partnerschaft mit der ruandischen Entwicklungsbehörde (RDB) vermittelt.

Gemeinsam mit der Entwicklungsbehörde, die in Kigali ein IKT-Innovationszentrum zur Fortbildung von Arbeitssuchenden und zur Förderung von IT-Start-ups betreibt, erarbeitete Schnell Media ein Kurrikulum zur Ausbildung von Bildbearbeiterinnen und Bildbearbeitern. Zunächst werden 200 junge Menschen ausgebildet. Je nach den Vorkenntnissen der Auszubildenden dauert die Ausbildung 3-4 Monate. Anschließend wird das erprobte Kursprogramm in das Angebot des IKT-Innovationszentrums integriert, damit es in Zukunft wiederholt werden kann, um weitere junge Talente für eine künftige Anstellung im Bereich der digitalen Bildbearbeitung heranzuziehen. Zusätzlich zu branchenspezifischen Kompetenzen wie Retuschieren, Maskieren, Zuschneiden, Vektorisieren und dem Umgang mit einschlägiger Software werden den Auszubildenden weitere praktische IT- und Sprachkenntnisse vermittelt, die für ihre Beschäftigungsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt unerlässlich sind.

Von den ersten 200 Ausgebildeten plant Schnell Media circa 100 Personen anzustellen. Invest for Jobs und RDB unterstützen außerdem bei der Vermittlung der restlichen Absolventinnen und Absolventen in passende Jobs bei anderen Unternehmen.

Für den jungen IKT-Sektor Ruandas bietet das Programm die Chance, einen vielversprechenden Nischenmarkt zu erschließen, so dass in Zukunft weitere interessierte Investoren im Bereich der Bildbearbeitung Ruanda ins Auge fassen, um vom neu verfügbaren Talent im Land Gebrauch zu machen.

STATUS UND AUSBLICK

Ein erster Jahrgang von vielen

Seit dem Projektstart und der gleichzeitigen Eröffnung ihrer ruandischen Niederlassung im Mai 2021 hat Schnell Media einen erstes Kurrikulum erstellt, das künftig in die Lehrangebote der ruandischen Partnerinstitutionen integriert werden soll. Außerdem wurden bereits 47 Personen ausgebildet, von denen 31 bei Schnell Media angestellt wurden. Insgesamt arbeiten inzwischen 40 Personen bei Schnell Media in Ruanda.

Bis Anfang 2023 sollen 153 weitere Personen geschult werden und noch über 60 weitere Arbeitsplätze bei Schnell Media in Ruanda geschaffen werden. Anschließend wird das Ausbildungsprogramm vom IKT-Innovationszentrum der ruandischen Entwicklungsbehörde fortgesetzt, um neuen Absolventinnen und Absolventen die Tür zu öffnen und künftigen Investoren dringend benötigte Fachkräfte zur Verfügung zu stellen.

Dieses Projekt zur Stärkung des IKT-Sektors in Ruanda wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Rahmen der Sonderinitiative für Ausbildung und Beschäftigung unterstützt.

Projektstatus

Durchführung

Projektstandorte


Ruanda Kigali

Projektziele

Arbeitsplätze schaffen Digitale Wirtschaft Ausbildung

Sektor

IKT & Digitale Wirtschaft

Ein Projekt mit

Unternehmen

Partner

Schnell Media

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