MIK Designs IFB

Northern Apparel: Textilien für den Weltmarkt

Arbeitsplätze im struktur-
schwachen Norden von Ghana

AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN

In Ghanas ‘Northern Region’ gibt es kaum Jobs im formalen Sektor

Obwohl ghanaische Textilprodukte bei der Ausfuhr in die Europäische Union und die USA von Importzöllen befreit sind, gibt es im Land bisher nur eine Handvoll Textilunternehmen, die den Weltmarkt bedienen. Doch mit steigenden Löhnen in Asien und Nachhaltigkeitsproblemen in einigen Produktionsländern befindet sich Ghana mittlerweile in einer guten Ausgangsposition für den Aufbau einer exportorientierten Textilwirtschaft. In den vergangenen Jahren hat das Land viele ausländische Direktinvestitionen angezogen, wozu auch das stabile politische Umfeld beigetragen hat. Über seine Seehäfen ist Ghana zudem gut an internationale Handelswege angebunden. Doch damit ghanaischen Textilprodukten der internationale Durchbruch gelingt, müssen noch einige Fortschritte gemacht werden. Die Einkäuferinnen und Einkäufer großer internationaler Unternehmen legen Wert auf eine konstant hohe Produktqualität und verlangen oft den Nachweis, dass in der Fertigung Sozial- und Umweltstandards eingehalten werden.

Die arbeitsintensive Textilindustrie hat ein hohes Beschäftigungspotential und bietet gute Jobperspektiven, die auch für die Entwicklung strukturschwacher Regionen genutzt werden kann. In Ghanas ‘Northern Region’ liegt die Arbeitslosigkeit noch über dem nationalen Durchschnitt. 30 Prozent der 15- bis 24-Jährigen sind weder berufstätig noch in Aus- oder Fortbildung. Viele von ihnen wandern in Großstädte und insbesondere in die Region Accra ab, weil sie sich dort bessere Einkommensmöglichkeiten erhoffen.

PROJEKTANSATZ UND PROJEKTZIELE

Fokus auf Kleidung, die keinen starken Modeschwankungen unterliegt

Um der hohen Arbeitslosigkeit in der Region zu begegnen, unterstützt Invest for Jobs ein Projekt der beiden in Accra ansässigen Konsortialpartner MIK Designs, ein seit 2016 bestehendes Textilunternehmen, und MUSOF Enterprise, ein Handels- und Bauunternehmen. Über eine bereits bestehende Zweckgesellschaft werden die beiden Partnerunternehmen in die Fertigung von Textilien investieren. In der Gemeinde Savelugu, die in der Northern Region liegt, wird dafür eine Textilfabrik entstehen, die überwiegend für den Export produziert. Das Unternehmen wird vor allem Sport-, Arbeits- und Kinderbekleidung sowie Unterwäsche und Werbeartikel fertigen, deren Nachfrage keinen hohen modebedingten Schwankungen unterliegt. Zum Einsatz kommen Baumwoll- und Synthetikstoffe. Innerhalb der 14-monatigen Investitionsphase werden in der neuen Näherei 30 Fertigungslinien aufgebaut. Ziel ist es, pro Jahr sieben bis acht Millionen Kleidungsstücke herzustellen. Davon sollen rund drei Viertel an große Abnehmer in den USA und in Südafrika gehen, die bereits entsprechende Absichtserklärungen abgegeben haben.

Die Mitarbeitenden der neuen Textilfabrik werden vor Aufnahme ihrer Tätigkeit in der bestehenden Produktionsstätte von MIK Designs in Accra geschult werden. So soll sichergestellte werden, dass die fertigen Produkte den hohen Qualitätsanforderungen der internationalen Käufer entsprechen. Das Partnerunternehmen hat sich verpflichtet, bei den Einstellungen einen Schwerpunkt auf benachteiligte Personengruppen und Menschen mit Behinderungen zu legen. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde mit der Savelugu School for the Deaf unterzeichnet, einer Schule für Jugendliche mit Hörbeeinträchtigungen. Die Investoren haben zugesagt, diese bei der Auswahl von Mitarbeitenden besonders zu berücksichtigen.

AKTUELLER STATUS UND AUSBLICK

Arbeitsplätze für Frauen und junge Erwachsene

Durch die Näherei werden 1.600 neue Arbeitsplätze in der strukturschwachen Northern Region geschaffen, davon voraussichtlich etwa drei Viertel für Frauen. Rund ein Drittel der Angestellten wird nicht älter als 24 Jahre sein. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten durch ihre Anstellung Zugang zu den in Ghana gesetzlich vorgeschriebenen Sozialleistungen wie einer Renten- und einer Krankenversicherung. Die gezahlten Gehälter werden deutlich über dem geltenden Mindestlohn liegen. Über die in der Näherei geschaffenen Jobs hinaus soll vom Unternehmen auch ein positiver Beschäftigungsimpuls auf die lokale Wirtschaft ausgehen. Dienstleister und Zulieferer in den Bereichen Textildruck, Catering, Transport, Wartung oder Objektschutz werden von der neuen wirtschaftlichen Aktivität profitieren.

Das Konsortium investiert insgesamt 10,03 Mio. Euro in den Aufbau der Produktion. Die Fazilität Investitionen für Beschäftigung GmbH gewährt einen Zuschuss in Höhe von 2,5 Mio. Euro (25 Prozent), mit dem das Bauvorhaben und die Anschaffung neuer Maschinen kofinanziert werden.

Die Fazilität Investitionen für Beschäftigung (IFB) GmbH der KfW Entwicklungsbank ist Teil der Sonderinitiative „Gute Beschäftigung für sozial gerechten Wandel“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Mit Hilfe ihrer Förderung beseitigt sie Hürden für die Schaffung von zusätzlichen und besseren Arbeitsplätzen in der Privatwirtschaft in den afrikanischen Partnerländern.

Projektdaten

Projektstatus

Durchführung

Projektstandorte


Ghana Savelogu / Northern Region

Projektziele

Schaffung von Arbeitsplätzen

Sektor

Textil

Ein Projekt mit

Unternehmen

Partner

MIK Designs MUSOF Enterprise Ltd.

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