Bekleidungsunternehmen NKDO in 2022

Erhalt von Arbeitsplätzen während der Corona-Pandemie

Förderung von in Ruanda
hergestellter Schutzkleidung

AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN

Die Corona Pandemie bedrohte Arbeitsplätze in der ruandischen Bekleidungsindustrie

Im März 2020 ergriff die ruandische Regierung Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie und zum Schutz der öffentlichen Gesundheit und Sicherheit. Landesweite Lockdowns und Mobilitätsbeschränkungen sowie die allgemein herrschende globale wirtschaftliche Unsicherheit führten jedoch zur ersten Rezession in Ruanda seit 25 Jahren. Mehrere Monate lang kam das öffentliche Leben in dem ostafrikanischen Land zum Erliegen, was die Lebensgrundlage vieler Ruanderinnen und Ruander gefährdete. Besonders betroffen waren arme Menschen und Personen, die in informellen Jobs beschäftigt sind.

Wie viele andere Branchen stand auch die ruandische Bekleidungsindustrie während der Pandemie vor großen Herausforderungen. Da der Sektor von importierten Rohstoffen abhängig ist, führten Unterbrechungen in der globalen Lieferkette zu Verzögerungen und reduzierten die lokalen Produktionskapazitäten. Als die internationale Nachfrage angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten einbrach, wurden Bekleidungsaufträge storniert, und die Exporteinnahmen der Unternehmen brachen ein. Lockdowns und Social Distancing führten zu einem Arbeitskräftemangel, der die Produktionsabläufe weiter störte. Die Schließung von Einzelhandelsgeschäften und örtliche Mobilitätsbeschränkungen behinderten auch nach dem Ende der Abriegelungen den Inlandsabsatz. Insgesamt kämpften viele ruandische Textilunternehmen ums Überleben und hatten Schwierigkeiten, ihre Beschäftigten zu halten.

In dieser Zeit wurde neben der Herstellung von Lebensmitteln auch die Produktion von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) zugelassen. Die hohe Nachfrage nach PSA-Produkten bot Bekleidungsherstellern die Möglichkeit, ihr Geschäft am Laufen zu halten. Die ruandischen Fabriken, Näherinnen und Näher sowie die Maschinen waren jedoch nicht auf die Herstellung hochwertiger PSA vorbereitet. Um neue Produktionsverfahren zu erproben und die Mitarbeitenden zu halten waren Kapital, Personalschulung und technische Unterstützung erforderlich.

PROJEKTANSATZ UND PROJEKTZIELE

Anpassungsfähigkeit als Schlüssel zum Erhalt von Arbeitsplätzen

Um zum Erhalt von Arbeitsplätzen in Ruanda beizutragen, unterstützt Invest for Jobs den Bekleidungshersteller New Kigali Designers and Outfitters (NKDO). Gemeinsam wurde der Betrieb an die durch die Pandemie verursachten Herausforderungen angepasst. NKDO ist ein ruandischer Bekleidungshersteller in Familienbesitz mit Sitz in Kigali. Vor der Pandemie produzierte das Unternehmen Maß- und Massenkleidung, hauptsächlich für den lokalen Markt. Angesichts der rückläufigen Aufträge war jedoch eine Anpassung erforderlich, um den Betrieb aufrechtzuerhalten und Arbeitsplätze zu sichern. Durch die Befähigung von NKDO zur Herstellung von PSA sollten im Rahmen der Partnerschaft mit Invest for Jobs mindestens 50 Prozent der Beschäftigten, die sonst entlassen worden wären, in Arbeit gehalten werden.

Durch die finanzielle Unterstützung von Invest for Jobs konnte NKDO seine Produktionsstätte für die Herstellung von PSA umorganisieren und Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit am Arbeitsplatz durchführen. Dazu gehörte vor allem die Beschaffung von Spezialausrüstungen und Materialien, die für die Herstellung hochwertiger Schutzanzüge und Gesichtsmasken erforderlich sind. Ein Fertigungsexperte wurde mit der Neugestaltung des Fabrikplans beauftragt, um sicherzustellen, dass dieser die spezifischen hygienischen Produktionsanforderungen erfüllt, die die Verbreitung von Covid-19 unter den Mitarbeitenden verhindert. Der Experte schulte auch das Personal in den Fertigkeiten und Verfahren, die für die Herstellung von PSA erforderlich sind, und machte sie zu unentbehrlichen Mitarbeitenden im Kampf gegen die Pandemie.

Um die Wirksamkeit der Sicherheitsprodukte zu gewährleisten, wurden die Produktionsprozesse, die Ausgangsmaterialien und die Qualitätssicherung von NKDO an nationale Standards angepasst. Die Produktmuster wurden getestet und von den Behörden für die Massenproduktion zugelassen. Anschließend wurden die Produkte durch Beschaffungsverträge mit örtlichen Krankenhäusern und öffentlichen Einrichtungen auf den lokalen Markt gebracht.

STATUS UND AUSBLICK

Eine wachsende Belegschaft

Die Umstellung der Produktion auf persönliche Schutzausrüstung ermöglichte es NKDO, alle 155 Mitarbeitenden während der Pandemie weiter zu beschäftigen. Darüber hinaus ermöglichte der Erfolg des Projekts NKDO, seine Belegschaft aufzustocken und 87 neue Personen einzustellen und auszubilden, die auch nach dem Projekt weiterbeschäftigt wurden, als die Produktion langsam wieder auf herkömmliche Bekleidung umgestellt wurde. Am Ende des Projekts beschäftigte NKDO insgesamt 242 Mitarbeitende, wovon 167 Frauen waren.

Im Laufe der Pandemie produzierte NKDO knapp eine Million Gesichtsmasken, stattete Krankenhäuser aus und trug dazu bei, die Nachfrage dringend benötigter PSA in Ruanda zu bedienen. Heute ist NKDO zur regulären Bekleidungsproduktion zurückgekehrt. Das Unternehmen wächst weiter, nachdem es die Pandemie mithilfe von Invest for Jobs überstanden hat.

Anstatt entlassen zu werden und um ihren Lebensunterhalt zu kämpfen, verdienten die Mitarbeitenden von NKDO auch während der Pandemie einen angemessenen Lohn und konnten so ihre Familien mit ihrem Einkommen unterstützen. Einige sparten sogar, um sich eines Tages den Traum vom eigenen Unternehmen zu erfüllen.

Dieses Projekt wurde von New Kigali Designers and Outfitters (NKDO) mit Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Rahmen von Invest for Jobs im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) umgesetzt.

Projektdaten

Projektstatus

Abgeschlossen

Projektstandorte


Ruanda Kigali

Projektziele

Erhaltung von Arbeitsplätzen

Sektor

Textil

Ein Projekt mit

Unternehmen

Partner

New Kigali Designers and Outfitters (NKDO) Ltd.

Kontakt

Wir freuen uns auf Ihre Nachricht

Ihre Rechte und Widerrufmöglichkeiten entnehmen Sie der Datenschutzerklärung.

Pressekontakt

Telefon: 030 / 18 535-28 70 oder -24 51

Telefax: 030 / 18 535-25 95

E-Mail: presse@bmz.bund.de

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Pressestelle ausschließlich Anfragen von Journalistinnen und Journalisten beantwortet.