Martin Hecker

Unternehmensperspektiven

„IT-Skills sind heute
gefragter denn je!“

Interview mit Martin Hecker, Vorstandsvorsitzender des Digital Skills Accelerator Africa e.V. (DSAA)

Martin Hecker arbeitet seit über 30 Jahren im Bereich IT und digitale Technologien. Neben seiner vorherigen Tätigkeit als Senior Partner der Boston Consulting Group hat er mehrere Unternehmen im Bereich der digitalen Dienstleistungen erfolgreich gegründet und aufgebaut. Seit 2019 ist er Vorstandsvorsitzender des Digital Skills Accelerator Africa e.V. (DSAA), einem gemeinnützigen Zusammenschluss von mehr als 15 Unternehmen aus dem Bereich digitale Dienstleistungen, der von Invest for Jobs unterstützt wird. Die DSAA-Mitgliedsunternehmen wollen ihr Afrikageschäft ausbauen oder vor Ort aktiv werden. Sie haben dabei das gemeinsame Ziel, afrikanische Talente für den IT-Sektor zu begeistern, auszubilden und zu beschäftigen. Derweil sind extern arbeitende IT-Fachkräfte immer stärker gefragt – insbesondere in Europa.

1. Warum haben Sie sich für Invest for Jobs entschieden?

Invest for Jobs hat ein hohes Maß an Interessengleichheit mit den im DSAA zusammengeschlossenen Firmen – nämlich in Afrika Jobs im digitalen Bereich für junge Afrikanerinnen und Afrikaner zu schaffen. Als wir den DSAA gegründet haben, waren wir auf der Suche nach regionalem Know-how und Kontaktvermittlungen in Afrika. Invest for Jobs hat uns dabei eng begleitet und von Anfang an zu einer leichteren Erschließung der Partnerländer beigetragen.

2. Wie sieht die Zusammenarbeit konkret aus?

Durch die finanzielle und technische Unterstützung von Invest for Jobs konnten die DSAA-Mitgliedsunternehmen erfolgreich Trainingsprogramme in mehreren Ländern des afrikanischen Kontinentes aufbauen. Dabei verfolgt der DSAA das Ziel, Frauen und Menschen mit Behinderungen eine gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Mit Unterstützung von Invest for Jobs bieten die DSAA-Unternehmen beispielsweise Karriereberatungen für Frauen an oder veranstalten Mentoring-Vorträge. Außerdem werden den DSAA-Mitgliedsunternehmen Beratungsleistungen zu inklusiven Rekrutierungsprozessen und barrierefreien Infrastrukturen angeboten. Dabei geht es zum Beispiel darum, wie Trainingsräume oder Computerprogramme entsprechend zugänglich für Angestellte mit Behinderungen zu gestalten sind. Am Ende soll jede Person die gleiche Chance haben, einen Berufsweg in der IT-Branche einzuschlagen.

© GIZ / Envision Rwanda

3. Welche Herausforderungen konnten Sie und die DSAA-Mitgliedsunternehmen durch die Unterstützung von Invest for Jobs meistern? Welche Investitionshemmnisse wurden überwunden?

Für viele Firmen ist der Schritt nach Afrika mit viel Unsicherheit verbunden. Durch Invest for Jobs konnten Investitionshemmnisse vor Ort, wie beispielsweise unzureichende Sprach- und Managementkenntnisse bei den Fachkräften, reduziert werden. Gleichzeitig werden mit dem Outsourcing Guide Unternehmen wichtige praktische Informationen zum Land bereitgestellt: Sei es, welche Regelungen es hinsichtlich Krankenversicherungen gibt oder auf welchen Plattformen Stellenangebote veröffentlicht werden können. Die Vernetzung und der Erfahrungsaustausch zwischen den vielen Firmen, die mittlerweile im DSAA zusammengekommen sind, gibt den Unternehmen zusätzliche Sicherheit bei der Umsetzung ihrer Aktivitäten.

© Steven Luedtke

4. Was konnte bereits erreicht werden?

Mittlerweile konnten bereits zahlreiche Trainingsmöglichkeiten und Arbeitsplätze durch den DSAA und die Unterstützung von Invest for Jobs in Ghana, Marokko, Ruanda und Senegal entstehen. In Ägypten und Côte d’Ivoire werden Aktivitäten zeitnah starten. Wir schauen sehr optimistisch in die Zukunft und haben gemeinsam weitreichende Pläne, um auch in den nächsten Jahren eine Vielzahl neuer Jobs zu schaffen.

5. Wo liegen Geschäftschancen für deutsche Unternehmen in Ihrer Branche in Afrika?

Europa, insbesondere Deutschland, hat bei weitem nicht die Anzahl an Digitaltalenten, die es braucht, um in allen relevanten Wirtschaftszweigen die Digitale Transformation zeitnah umzusetzen. Der Talentpool in Afrika bietet die einmalige Chance, diese Transformation jetzt anzugehen. Die afrikanischen Talente befinden sich in derselben Zeitzone wie Europa. Ihre IT-Skills sind heute gefragter denn je!

Die Firmen, die den DSAA gegründet haben, hatten die Bedeutung Afrikas für die Digitale Transformation frühzeitig verstanden. Sie haben sich zusammengeschlossen, um diesen Talentpool zu erschließen und gleichzeitig neue Perspektiven für die Menschen vor Ort zu schaffen. Grundsätzlich lassen sich digitale Arbeitsplätze vergleichsweise leicht schaffen, weil die initialen Kosten recht gering sind. Die Dienstleistungen selbst können sowohl im Inland als auch im Ausland angeboten werden – Stichwort Outsourcing. Das ist alles sehr leicht umsetzbar.

  

6. Wie wird man DSAA-Mitglied?

Generell können alle interessierten Unternehmen DSAA-Mitglied werden, die bereits ihre Niederlassungen in Afrika aufgebaut haben oder planen, in naher Zukunft mit ihren Geschäftsaktivitäten nach Afrika zu expandieren. Ihre Projekte sollten im Zusammenhang mit IT/Digital Services oder Business Process Outsourcing stehen und zum übergeordneten Ziel, nämlich der Schaffung von nachhaltigen Arbeitsplätzen in Afrika, beitragen.

Die interessierten Unternehmen können den DSAA unter info@dsaa.eu mit einer kurzen Vorstellung ihres Unternehmens und ihrer Zielsetzung innerhalb des DSAA kontaktieren. Es findet ein Telefonat zum gegenseitigen Kennenlernen statt und anschließend wird der Mitgliedsantrag von dem Vorstand des DSAA geprüft. Sofern die Ziele im Einklang mit denen des DSAA stehen, wird der Mitgliedsantrag genehmigt.

  

Der DSAA wird im Rahmen von Invest for Jobs von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt.

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