Personen schneiden Band durch um Messestand zu eröffnen
06.04.2022

9. Weltwasserforum im Senegal

 © GIZ

Wassersicherheit für Frieden und Entwicklung

Vom 21. bis zum 26. März hat im Senegal das 9. Weltwasserforum „Dakar 2022“ stattgefunden. Auch Deutschland war mit einem gemeinsamen Stand der deutschen Privatwirtschaft und Akteuren der Entwicklungszusammenarbeit vertreten.

„Frauen und Mädchen verbringen mehr als 200 Millionen Stunden pro Tag mit der Suche nach Wasser. 2,1 Milliarden Menschen sind gezwungen, verschmutztes Wasser zu konsumieren und 80 % des Wassers wird ohne jegliche Behandlung in die Natur geleitet, wodurch die Gesundheit und das Leben von 4,5 Milliarden Menschen gefährdet wird“, erklärte der senegalesische Präsident Macky Sall in seiner Eröffnungsrede des Weltwasserforums am 21. März in Diamniadio, Senegal.

Die weltweit größte Veranstaltung zum Thema Wasser wird alle drei Jahre vom Weltwasserrat in Zusammenarbeit mit einem Gastland ausgerichtet wird. Mit „Dakar 2022“ fand sie dieses Jahr zum ersten Mal seit seiner Gründung im Jahr 1997 in Subsahara Afrika statt. Die 9. Ausgabe, die rund 8.000 Teilnehmer und 1.000 Institutionen anzog, stand unter dem Kernthema „Wassersicherheit für Frieden und Entwicklung“.

In diesem Zusammenhang erinnerte der senegalesische Präsident an die Bedrohungen, die mit der Wasserknappheit als Konfliktquelle verbunden sind, und rief dazu auf, diese Problematik in den Mittelpunkt der internationalen Agenda zu stellen. „Es geht um das Leben und die Gesundheit von Milliarden von Menschen auf der ganzen Welt. Aber auch um die Wahrung des Friedens und der internationalen Sicherheit“, so Sall.

Innovative deutsche Wasser- und Sanitärtechnologien

Als einer der größten bilateralen Geber im Wassersektor war Deutschland mit einem Stand, der Akteure der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und Privatwirtschaft zusammenbrachte, vertreten. Darunter war auch die Sonderinitiative Ausbildung und Beschäftigung mit ihren Partnern, dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) und German Water Partnership e.V. (GWP), das Business Scout for Development Programm (BSfD) und die deutsche Privatwirtschaft aus dem Wasser- und Abwassersektor. Die Teilnahme der deutschen Unternehmen wurde von der Task Force Senegal und der German Water Partnership organisiert.

Der deutsche Pavillon wurde am 21. März offiziell von Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Amadou Hott, senegalesischer Wirtschaftsminister und Irène Mingasson, EU-Botschafterin in Senegal, eröffnet. Minister Hott betonte, wie wichtig ein vermehrtes privatwirtschaftliches Engagement Deutschlands – insbesondere auch von mittelständischen Unternehmen – für Senegal sei. Mit rund 400 Besucherinnen und Besuchern pro Tag stieß der deutsche Auftritt auf ein reges Interesse des Fachpublikums, auch Präsident Sall besuchte den deutschen Messestand persönlich.

Ein Programmhighlight von deutscher Seite war eine Informationsveranstaltung mit dem Titel „Made in Germany – was steckt hinter dem Qualitätsversprechen? Innovative deutsche Wasser- und Sanitärtechnologien und Qualifizierungsansätze zur Sicherung der Nachhaltigkeit von Investitionen“, die am 23. März vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) und German Water Partnership e.V. (GWP) organisiert wurde.

In diesem Rahmen stellten mehrere deutsche Unternehmen innovative Technologien und Qualifizierungsansätze im Wassersektor vor, darunter beispielsweise die Firma Sewerin aus Nordrhein-Westfalen, die eine Technik entwickelt hat, um Wasserlecks in kürzester Zeit zu identifizieren. In Afrika ist Sewerin bereits seit über 20 Jahren aktiv und hat unter anderem ein Ausbildungszentrum vor Ort aufgebaut.

Die Firma Harbauer aus Berlin, die auf die Wasseraufbereitung und Grundwassersanierung spezialisiert ist, erläuterte, wie sie in Kenia sauberes Trinkwasser durch die Entfernung von Fluorid im Leitungswasser herstellt und die Bevölkerung so für die Wasserqualität und für durch Wasser übertragene Krankheiten sensibilisiert.

Beitrag deutscher Unternehmen zur Erreichung des SDG 6

Stephan Kunz, Leiter des GIZ-Ländervorhabens der Sonderinitiative Ausbildung und Beschäftigung in Senegal betonte, dass es im Senegal generell viele gut ausgebildete Ingenieurinnen und Ingenieure gebe, es jedoch häufig noch an fundierten Kompetenzen in Planung, Ausführung, Wartung und Instandhaltung fehle. Gemeinsam mit europäischen und afrikanischen Unternehmen arbeitet Invest for Jobs in Senegal bereits in über 10 Sektoren daran, Kompetenzen junger Menschen zu verbessern.

Claudia Pragua, Leiterin der Abteilung Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene im BMZ wies darauf hin, dass man noch weit entfernt von der Erreichung das sechsten Sustainable Development Goals „sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen für alle“ liege. Deutsche Unternehmen, die in Senegal generell ein gutes Ansehen genießen, könnten jedoch durch innovative Ansätze und Flexibilität maßgeschneiderte Lösungen entwickeln und so einen wichtigen Beitrag zur Erreichung des Entwicklungsziels leisten.

Technologietransfer und Ausbildung

Im Rahmen eines Besuchs in der rund 150 km östlich von Dakar gelegenen Stadt Diourbel, den Invest for Jobs am 26. März organisiert hat, konnten sich die Teilnehmer von BVMW und GWP ein Projekt der Sidio Group ansehen. Das senegalesische Unternehmen engagiert sich für die nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung der Region Diourbel. Zu dieser gehört auch die Pilgermetropole Touba, die mit ihren 1,5 Millionen Einwohnern zudem ein Zentrum für Handel und Politik ist.

Das Thema Wasser steht in der Region ganz oben auf der Entwicklungsagenda, da verschiedene Faktoren – wie die Versalzung der Erde und die fehlende Technologie für Wasserbohrung und Trinkwasser-Installation – die Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Wasser beeinträchtigen. In Kooperation mit der Sidio Group und deutschen Unternehmen möchte Invest for Jobs junge Menschen vor Ort ausbilden, technisches Wissen weitergeben und langfristig Jobs schaffen. Drei Projekte mit deutschen Unternehmen rund um das Thema Wasser werden in diesem Rahmen momentan diskutiert. Zudem führt Invest for Jobs aktuell eine Umweltstudie in Diourbel durch, um Lösungen für die Müll- und Abwasserproblematik mit Hilfe der Privatwirtschaft zu entwickeln.

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