18.01.2021

PartnerAfrika ermöglicht Zugang zu Berufsausbildungen

Berufsvorbereitende Kurzqualifizierungen schaffen berufliche Perspektiven für benachteiligte Jugendliche in Äthiopien.

Im Dezember 2020 hat ein neues PartnerAfrika Projekt des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft (bbw) gGmbH in Partnerschaft mit dem örtlichen privaten Bildungsträger Don Bosco Salesianer in Äthiopien begonnen. Don Bosco betreibt u.a. zwei berufliche Ausbildungszentren in Addis Abeba mit diversen Ausbildungsangeboten in handwerklichen Berufsfeldern, wobei das Ausbildungslevel eher niedrig ist.

Dadurch spricht das Projekt auch junge Menschen ohne Schulabschluss an und bietet denen eine Chance, die formal keinen Zugang zu einer Berufsausbildung hätten. Die Kosten für Schüler aus ärmeren Familien werden vom Träger subventioniert. Es geht vor allem darum, auch benachteiligten Jugendlichen eine berufliche Perspektive zu ermöglichen.

Berufsausbildungen in Äthiopien sind aber meist wenig praxisrelevant und orientieren sich nicht an der Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt. Häufig sind die Curricula veraltet und das Lehrpersonal nicht auf dem aktuellen Stand. Im Rahmen des Projektes soll dem jetzt durch 4-monatige berufsvorbereitende Kurzqualifizierungen für nachgefragte Berufe entgegengewirkt werden. Außerdem erhalten die Absolventen anschließend individuelle Unterstützung beim Übergang in den Arbeitsmarkt.

Die Lehrkräfte an den beiden Partnerschulen von Don Bosco, das Mekanissa TVET College und das Don Bosco Children TVET Institute werden in der Umsetzung der Kurzqualifizierungen nach dem BINA-Ansatz geschult. Der von bbw entwickelte „BINA“-Ansatz (Bina = arab. für Aufbau) umfasst die drei Komponenten Kompetenz- und Interessensermittlung (Profiling) der Zielgruppe, berufliche Kurzqualifizierungen und anschließende Arbeitsvermittlung, flankiert durch entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen der Lehrkräfte und Partnerorganisation.

Aufgrund ihres guten Beschäftigungspotentials bzw. Nachfrage in Äthiopien und basierend auf den Kapazitäten der Berufsschulen kommen z.B. die Gewerke Kochen/Küchenbetrieb, KFZ-Reparatur, Handy-Reparatur, Elektroinstallation, Sanitärinstallation und Grafikdesign für die Kurzqualifikationen in Frage.

Der Fokus des Projektes ist die Vermittlung in Arbeit. Die Schulen kooperieren dazu mit mehreren Unternehmen und vermitteln die Azubis in Praktika und in Festanstellungen. Die Vermittlungsquote der beiden Schulen liegt aktuell bei etwa 90%.


Die teilnehmenden Unternehmen profitieren von den Qualifizierungsmaßnahmen, da sie ausgebildete Fachkräfte mit Kompetenzen finden, die stärker an ihren Bedarfen ausgerichtet sind. Damit entstehen für sie weniger Aufwand und geringere Kosten für die Rekrutierung geeigneter Mitarbeiter.

Das Projekt schafft damit keine neuen Ausbildungsstrukturen, sondern integriert den Ansatz in das bestehende Prinzip der Partner-Berufsschulen: die angebotenen Kurzkurse basieren auf einzelnen Kompetenzeinheiten (Units of Competence, UoC) von regulären Berufsbildungsmaßnahmen und werden über ein national anerkannten Assessment zertifiziert (Kompetenzzertifizierung).

Insgesamt bis zu 8 Zyklen á 125 Teilnehmer lassen sich in der Projektlaufzeit durchführen. Somit können bis zu 1000 Teilnehmer ausgebildet werden, von denen mindestens ca. 300 in eine bezahlte Arbeit vermittelt werden sollen.

Mit dem von sequa durchgeführten Programm „PartnerAfrika“ hat die Sonderinitiative auch ein Angebot für deutsche Kammern und Verbände geschaffen. Nach dem Modell von Kammer- und Verbandspartnerschaften (KVP) und Berufsbildungspartnerschaften (BBP) mobilisiert PartnerAfrika das Know-how der deutschen Wirtschaftsorganisationen für die Ziele von Invest for Jobs: Die Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen und die Förderung von Investitionen in den Partnerländern.

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