Personen arbeiten in Werkstatt  © BiWe eV
27.01.2021

Perspektiven für benachteiligte Jugendliche in Ruanda

Neues PartnerAfrika Projekt unterstützt Jugendliche in Ruanda bei der Integration in den Arbeitsmarkt

Praxisnahe Kurzqualifizierungen und individuelle Unterstützung bei der Integration in den Arbeitsmarkt verhelfen jungen
Menschen in Ruanda, die sonst keinen formalen Zugang zu einer Berufsausbildung hätten, zu einer neuen Perspektive.

Seit Dezember 2020 unterstützt das Bildungswerk Baden-Württemberg (BiWe) gemeinsam mit dem Partner SOS
Kinderdörfer den Aufbau von nachfrageorientierten, kompetenzbasierten und praxisnahen Ausbildungsangeboten im
Rahmen eines PartnerAfrika Projektes. Die Berufschullehrer werden speziell für diese neue Aufgabe geschult, um die
Schüler besser zu qualifizieren und den Übergang in den Arbeitsmarkt durch intensives Coaching zu unterstützen.
Gleichzeitig werden die Unternehmen, die betriebliche Ausbildung und Praktika anbieten, stärker in die Verantwortung
genommen, so dass am Ende der Ausbildung eine hohe Übernahmequote mit langfristigen Beschäftigungsverhältnissen in
den Unternehmen erreicht wird. Davon profitieren in einer Win-win Situation auch die Unternehmen, die durch die
Qualifizierungsmaßnahmen Fachkräfte mit stärker an ihren Bedarfen ausgerichteten Kompetenzen finden und damit
weniger Aufwand und Kosten für die Rekrutierung geeigneter Mitarbeiter haben.

Neben einjährigen Vollqualifizierungskursen in den Bereichen KFZ Mechanik und Elektrik werden
auch Kurzzeitqualifizierungen mit einer Dauer zwischen zwei und neun Monaten angeboten, z.B. in der Bedienung und
Wartung von Baumaschinen, Vertrieb/Verkauf und Customer Care. Der erfolgreiche Abschluss der Qualifizierungsmaßnahmen wird durch ein landesweit anerkanntes Zertifikat dokumentiert.

Das Ziel des Projektes ist es, möglichst vielen jungen Menschen (500-1.000) eine berufliche Perspektive zu ermöglichen, die ein ausreichendes Einkommen generiert. Damit leistet das PartnerAfrika Projekt nicht nur einen Beitrag zur
gesellschaftlichen Entwicklung und zum Aufbau demokratischer Strukturen, sondern auch, durch die Ansprache
vulnerabler Gruppen, einen Beitrag zur Fluchtursachenbekämpfung, was im Kontext der ansteigenden Zahl von
Geflüchteten und Migranten in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit eine immer stärkere Rolle spielt.

Mit dem von sequa durchgeführten Programm „PartnerAfrika“ hat die Sonderinitiative auch ein Angebot für deutsche Kammern und Verbände geschaffen. Nach dem Modell von Kammer- und Verbandspartnerschaften (KVP) und Berufsbildungspartnerschaften (BBP) mobilisiert PartnerAfrika das Know-how der deutschen Wirtschaftsorganisationen für die Ziele von Invest for Jobs: Die Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen und die Förderung von Investitionen in den Partnerländern.

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