Special Economic Zone Ruanda

Förderung nachhaltiger Wirtschaftscluster in Ruanda

Business-Katalysator:
Die Sonderwirtschaftszone Kigali

Projektdaten

AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN

Die SWZ Kigali – ein hervorragender Ausgangspunkt für Investierende

Wirtschaftscluster oder Sonderwirtschaftszonen (SWZ) sind Industrie- oder Geschäftsparks, die entwickelt werden, um Hemmnisse für den Privatsektor zu überwinden, wie z.B. den Zugang zu Gewerbeflächen, Verkehrsverbindungen und Märkten oder die Verfügbarkeit und Kosten von Energie. Geografische Nähe von Unternehmen und ihre gemeinsamen Geschäftsbedürfnisse ermöglichen es den Parkbetreibern, für die Industrie relevante Infrastrukturen und Dienstleistungen kosteneffizient auszubauen. Ziel ist es, in- und ausländische Investitionen anzuziehen, häufig in arbeitsintensiven Produktionssektoren, und das industrielle Wachstum zu fördern.

In Ruanda begann die Entwicklung der ersten großen SWZ 2008 in Kigali. Seitdem haben sich dort über 120 Unternehmen angesiedelt, die von der verarbeitenden Industrie bis hin zu Kommunikationsdiensten und Großhändlern reichen. Die Unternehmen in der SWZ profitieren von einer grundlegenden Infrastruktur wie Strom, Straßen oder vereinfachten Verwaltungsverfahren - ein hervorragender Ausgangspunkt für neue Investoren. Darüber hinaus bietet der strategische Zugang zu den Märkten in der ost- und zentralafrikanischen Region einschließlich Tansania, Uganda und der Demokratischen Republik Kongo ein einzigartiges Potenzial für Exporteure.

Zusätzlich zur Bereitstellung grundlegender Dienstleistungen innerhalb des Parks, wie der Verpachtung von Grundstücken und der Instandhaltung der Infrastruktur, überarbeitet der Parkbetreiber Prime Economic Zones (PEZ) derzeit sein Geschäftsmodell, um Unternehmen mehr geschäftsorientierte Dienstleistungen anzubieten. Viele Unternehmen in der Zone haben bereits Bedarf an zusätzlichen Leistungen wie Transport und Abfallentsorgung sowie an praktischer Unterstützung z. B. bei der gemeinsamen Geschäftsentwicklung oder der Digitalisierung angemeldet. Ein Schlüsselelement des neuen Betriebsmodells ist außerdem die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen in der Zone und des öffentlich-privaten Dialogs mit der ruandischen Entwicklungsbehörde (RDB).

PROJEKTANSATZ UND PROJEKTZIELE

Unternehmensorientiertes Management und Dienstleistungen in der SWZ Kigali

Um Investitionen anzuziehen, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu fördern und nachhaltige Arbeitsplätze für Menschen in Ruanda in der SWZ Kigali zu schaffen, unterstützt Invest for Jobs den Parkbetreiber PEZ.

Invest for Jobs hilft PEZ beim Aufbau professioneller Managementstrukturen und Dienstleistungen und bei der Stärkung des Dialogs zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor.

RDB und das PEZ-Management werden in der Planung und dem Betrieb von Industrieparks trainiert. Die Schulungen für RDB-Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger konzentriert sich auf die Regulierung von SZWs, während das Parkmanagement praktische Kenntnisse in den Bereichen Marketing, Kundenorientierung, Betrieb, Digitalisierung und den Erfordernissen ökoindustrieller Parks erwirbt. Ziel ist es, den zuständigen Behörden die nötigen Best-Practice-Kenntnisse an die Hand zu geben, um die SWZ Kigali auf ökologisch, sozial und wirtschaftlich nachhaltige Weise zu entwickeln, d. h. zu einem Öko-Industriepark.

Außerdem unterstützt Invest for Jobs – im Austausch mit Branchenexpertinnen und -experten sowie Unternehmen - PEZ bei der Ausarbeitung eines Geschäftsmodells für den Betrieb der SWZ Kigali. Das Kernstück: Ein geschäftsorientiertes Dienstleistungsportfolio. So soll beispielsweise ein parkweiter Transportservice die Logistik verbessern und Arbeitswege für die Beschäftigten verkürzen. Ein zentralisiertes Abfallmanagementsystem soll zudem die Recyclingkosten für Unternehmen senken und die Umweltbilanz des Clusters verbessern. Insgesamt werden derzeit fünf konkrete Dienstleistungsvorschläge ausgearbeitet, die innerhalb der nächsten zwei Jahre umgesetzt werden sollen.

Darüber hinaus wird eine digitale Plattform für die SWZ entwickelt, um Verwaltungsverfahren zu erleichtern und die Kommunikation mit der Parkverwaltung zu verbessern. Auch können die Unternehmen auf Notfälle hinweisen und erhalten zeitnah Unterstützung, z. B. bei einem Brand oder Stromausfall.

Um weitere Dienstleistungslücken zu ermitteln, werden Dialogformate organisiert, damit Unternehmen ihre Bedürfnisse äußern können. Öffentliche Institutionen und politische Entscheidungsträger, namentlich die RDB und das Ministerium für Handel und Industrie (MINICOM), werden kontinuierlich in den Prozess eingebunden.

Die erfolgreiche Umsetzung des Geschäftsmodells und der Dienstleistungen in Kigali kann als Best Practice für künftige Industrieparks dienen und die industrielle Entwicklung im ganzen Land fördern.

STATUS UND AUSBLICK

Eine nachhaltige Zukunft für die SWZ Kigali

Eine eingehende Befragung der 120 in der SWZ ansässigen Unternehmen in 2021, lieferte den nötigen Einblick in ihre Bedürfnisse, um mit der Planung der erforderlichen Dienstleistungen und Maßnahmen zu beginnen.

Für PEZ und die RDB wurden bis Oktober 2022 20 praktische Workshops und Schulungen zu den Themen SWZ-Regulierung, Entwicklung und Management durchgeführt.

Die Ausbildung konzentriert sich auch auf Umweltverträglichkeitsprüfungen und soziale Dienstleistungen und fördert so die Umwandlung der Sonderwirtschaftszone Kigali in einen Öko-Industriepark. Um internationale Best Practices nach Ruanda zu übertragen, ermöglichte Invest for Jobs den PEZ-Managerinnen und Managern eine Benchmark-Reise zu Öko-Industrieparks in Österreich und Deutschland.

Die digitale Plattform und das Geschäftsmodell befinden sich derzeit in der Entwicklung. Mit Unterstützung von Invest for Jobs werden detaillierte Dienstleistungskonzepte für ein zentrales Abfallmanagement- und Transportsystem von PEZ und Branchenexperten erarbeitet. Die Umsetzung soll innerhalb der nächsten zwei Jahre erfolgen. Weitere Dienstleistungen wie das Parken von LKWs, gemeinsame Schulungsprogramme für Mitarbeitende oder Gesundheits- und Sicherheitsinspektionen sollen folgen.

Es wurde ein Symposium mit Investoren, ansässigen Unternehmen, PEZ und Vertreterinnen und Vertretern von RDB und MINICOM organisiert. Ziel ist es, einen ständigen Dialog und Austausch zwischen PEZ und den Pächterfirmen über den Bedarf an Dienstleistungen und Infrastruktur im Park zu etablieren.

Dieses Projekt zur Förderung von Wirtschaftsclustern in Ruanda wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Rahmen von Invest for Jobs im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt.

Projektstatus

Durchführung

Projektstandorte


Ruanda Kigali

Projektziele

Neue Arbeitsplätze Nachhaltige Wirtschaftscluster

Sektor

Sonstige

Partner

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