Weiden in Walaldé, Senegal für das Korbflechthandwerk  © GIZ / Stephan Kunz

Ausbildung im Korbflechthandwerk

Korbflechthandwerk ausbauen
und Arbeitsplätze schaffen

Projektdaten

AUSGANGSLAGE UND HERAUSFORDERUNGEN

Neue Arbeitsplätze für Frauen, Männer und Jugendliche

Die Bevölkerung im Ort Walaldé im äußersten Norden Senegals lebt hauptsächlich von der Landwirtschaft. Durch die Lage am Senegalfluss bietet die Region günstige Bedingungen für den großflächigen Anbau von Weiden zur Herstellung von Korbwaren.

Das Unternehmen Hansen Korbwaren GmbH, eine der seltenen noch existierenden semi-industriellen Manufakturen in Deutschland, ist seit rund 40 Jahren auch in Asien aktiv. Es bildet Menschen in der Korbflechterei aus, damit sie sich durch den Export ihrer Waren ein eigenes Einkommen sichern können. Das Handwerk und die damit einhergehenden gewonnen Erfahrungen möchte das Unternehmen durch das Projekt in Senegal nun auch erstmals nach Afrika transferieren.

„Mit unserem Engagement für Korbwaren tragen wir entscheidend zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen, zur Armutsbekämpfung, zur Schaffung von neuen Arbeitsplätzen für Frauen, Männer, Jugendliche und somit zur Entwicklung ländlicher Räume bei – und verbessern so die Lebensbedingungen von Familien in ganzen Landstrichen“, erklärt Geschäftsführer Johannes Hansen. „Wir schaffen dort Arbeitsplätze, wo es außer Landwirtschaft bisher keine Verdienstmöglichkeiten gibt.“

PROJEKTANSATZ UND PROJEKTZIELE

Eigenes Ausbildungssystem: Lernen und Wissen weitergeben

Um den Dorfbewohnern die Herstellung von exportfähigen Waren zu ermöglichen, hat Hansen ein eigenes Ausbildungssystem entwickelt. Das Unternehmen bildet in Deutschland aus, „dort wo die jahrhundertealte Tradition des Weidenanbaus und der Flechtkunst ihre Wurzeln hat“.

Zunächst werden sechs Personen in den jeweiligen Dörfern oder Regionen ausgewählt, die dann den Weidenanbau und das Flechthandwerk in Geilenkirchen erlernen sollen. Von August 2020 bis Februar 2021 haben die ersten sechs Senegalesinnen und Senegalesen aus Walaldé bei Hansen in Deutschland gelernt. Zurück in Senegal sollen sie ihr Wissen anwenden und ihre Fertigkeiten weitergeben, indem sie regelmäßig weitere Personen schulen.

Ziel ist es, mit Unterstützung der Sonderinitiative im Departement Podor eine Produktionsstätte mit rund 1.000 Arbeitsplätzen aufzubauen und die Korbflechterei auch in anderen Regionen des Landes, wie Thiès, zu etablieren.

„Ich konnte sehen, dass eine stabile, wirtschaftsfreundliche Politik unter Staatspräsident Macky Sall in Senegal betrieben wird. Für unser Projekt hat er sich persönlich eingesetzt“, so Hansen. „Auch die GIZ macht es durch ihren Einsatz deutlich einfacher in Senegal zu investieren. Senegal ist ein Land mit sehr freundlichen und arbeitsamen Menschen. Darüber hinaus ist die Bevölkerung im Schnitt sehr jung, so dass genügend Nachwuchs für lange Zeit vorhanden ist. Die Straßen sind gut ausgebaut und mit dem Hafen Dakars besteht ein Hub für eine kurzfristige Verbindung nach Europa. Auch ist Senegal in wenigen Stunden von Deutschland aus zu erreichen. Somit ist Senegal als Investitionsstandort sehr zu empfehlen.“

AKTUELLER STATUS UND AUSBLICK

Senegalesische Korbwaren für den Weltmarkt

Seit Februar sind die sechs senegalesischen Ausbilderinnen und Ausbilder, die in Deutschland ausgebildet wurden, wieder zurück. Jede Person soll nun vier weitere Flechterinnen und Flechter für drei Monate ausbilden, erklärt Hansen. „So können diese Personen danach sofort mit der Erzielung eines regulären Einkommens beginnen. Binnen eines Jahres stehen somit über 100 neue Flechter zur Verfügung.“

Für die Zukunft plant Johannes Hansen den Aufbau einer senegalesischen Produktions- und Exportfirma unter seinem Management. „Dies wird sicher erheblich zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und der Armut vor Ort beitragen. Frauen, Männer, Jugendliche, aber auch Menschen mit Behinderung können mit dem Flechten ihren Lebensunterhalt und den für ihre Familien verdienen.“

Laut Hansen sei derzeit noch die Materialversorgung zu klären; bis auf den senegalesischen Weidenfeldern genügend Flechtmaterial erzeugt werden kann. Danach könne auch die Produktion weiter ausgebaut werden.

Mit Unterstützung der Sonderinitiative und dem senegalesischen Landwirtschaftsministerium ist in Walaldé bereits eine Kooperative gegründet worden. Hansen selbst bereitet die Registrierung seines Unternehmens in Senegal vor.

„Senegalesische Korbwaren sollen auf dem Weltmarkt langfristig eine bedeutende Rolle spielen“, wünscht sich Johannes Hansen.

Das Projekt zur Entwicklung der Korbflechterei im Norden Senegals wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Rahmen von Invest for Jobs im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durchgeführt.

Projektstatus

Durchführung

Projektstandorte


Senegal Walaldé, Podor

Projektziele

Wertschöpfungskette etablieren Jobs schaffen

Sektor

Textil

Ein Projekt mit

Unternehmen

Partner

Hansen Korbwaren GmbH senegalesisches Ministerium für Landwirtschaft senegalesisches Ministerium für Handwerk

Menschen und Geschichten

Saidou Diop: Korbwarenmacher in Senegal

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