Saidou Diop, Korbwarenhandwerker aus Senegal  © GIZ / Tanja Schreiner

MENSCHEN UND GESCHICHTEN

Saidou Diop: Korbwarenmacher
in Senegal

Wie Know-how aus Deutschland die Korbflechterei in Senegal voranbringt und dabei Arbeitsplätze schafft

Saidou Diop aus Walaldé, einem Ort im Norden Senegals, wurde gemeinsam mit fünf weiteren Senegalesinnen und Senegalesen ein halbes Jahr lang von dem Unternehmen Hansen Korbwaren GmbH in Deutschland ausgebildet. Durch das Projekt Ausbildung im Korbflechthandwerk will Hansen mit Unterstützung der Sonderinitiative Ausbildung und Beschäftigung letztendlich eine Produktionsstätte mit rund 1.000 Arbeitsplätzen in Senegal errichten.

Saidou Diop kommt aus dem Ort Walaldé im Norden Senegals, einer Region, die von Landwirtschaft lebt. Nach seinem Studium der Viehwirtschaft hat der Familienvater lange Jahre im Bereich ländlicher Entwicklung und im öffentlichen Dienst gearbeitet.

„Eine der Schwierigkeiten in Senegal ist die Unterbeschäftigung, die viele junge Leute verleitet, den Schritt in die irreguläre Migration zu wagen“, erklärt Diop. „Viele sterben im Meer oder in der Wüste, dabei könnten sie Projekte hier vor Ort anschieben. Das ist ein enormer Verlust.“

Seit Kurzem ist der 56-Jährige in einem Projekt des deutschen Unternehmens Hansen Korbwaren GmbH tätig, das mit Unterstützung der senegalesischen Regierung und Invest for Jobs, Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Senegal schaffen möchte.

  

„Die Korbflechterei schafft Jobs für Menschen jeden Alters."

Saidou Diop


Nach langjährigen Aktivitäten in Asien, will der studierte Kaufmann Johannes Hansen auch in Afrika Partnerschaften aufbauen. Vor Ort möchte er Menschen im Handwerk der Korbflechterei, das er von seinen Großeltern gelernt hat, ausbilden, damit sie sich durch den Export ihrer Körbe ihr eigenes Einkommen sichern können.

In diesem Rahmen hat Hansen ein halbes Jahr lang sechs senegalesische Trainerinnen und Trainer in seinem Unternehmen im westfälischen Geilenkirchen geschult. Zurück in Senegal sollen diese sechs wiederum weitere Personen ausbilden. Zudem plant Hansen in Walaldé eine Produktionsstätte zu errichten, für rund 1.000 potenzielle Arbeitsplätze.

 

Ausbildung unter besonderen Bedingungen

Saidou Diop hat von August 2020 bis Februar 2021 an der Schulung bei Hansen Korbwaren in Geilenkirchen teilgenommen. „Die Ausbildung war großartig. Herr Hansen und unser Trainer haben viel Erfahrung und einen sehr guten Blick fürs Detail“, erzählt Diop. „Was uns vor allem beeindruckt hat, waren die Arbeitsbedingungen und der herzliche Empfang von Herrn Hansen, der uns aufgenommen hat, wie seine eigenen Kinder.“

Auch Sprachbarrieren ließen sich einfach lösen: „Wir hatten einen Ausbilder aus Bosnien, der weder Deutsch noch Französisch sprach. Aber Johannes Hansen und ich sprechen Englisch, also habe ich übersetzt. Insgesamt war die Schulung im Weidenanbau und im Flechthandwerk sehr praktisch, also war die Sprache kein Hindernis.“

 

Schulung bei Hansen Korbwaren
© Hansen Foundation // Schulung bei Hansen Korbwaren.


Die einzige Schwierigkeit für die Senegalesinnen und Senegalesen war die Klimaumstellung – von rund 40 Grad in Senegal auf minus 10 Grad im winterlichen Deutschland, erzählt Saidou Diop. Dazu kam die Ausgangssperre wegen der Corona-Pandemie. „So haben wir uns hundertprozentig auf die Schulung konzentriert. Wir wollten, dass das Projekt ein Erfolg wird, schließlich ist es für Herrn Hansen auch eine Premiere in Afrika zu investieren.“

 

Fachwissen aus Walaldé für das das gesamte Land

Zurück in Senegal sollen Saidou Diop und die anderen frisch ausgebildeten Trainerinnen und Trainer nun drei Monate lang je vier weitere Personen ausbilden. „Wir geben das Wissen der Korbflechterei in Senegal weiter, angefangen mit der Gemeinde von Walaldé und mit der Zeit werden wir es auf das Department, die Region und vielleicht ganz Senegal ausweiten“, so Diop.

Diop sieht in diesem Ansatz enormes Potenzial: „Die Korbflechterei schafft Jobs für Menschen jeden Alters.“ Gerade junge Leute, die Schwierigkeiten haben, sich ihr Studium zu finanzieren, könnten davon profitieren: „Man kann seinen Lebensunterhalt mit diesem Beruf verdienen.“

Langfristig soll das Projekt über 1.000 Arbeitsplätze in Senegal schaffen und einen Beitrag zur Reduktion von Unterbeschäftigung und irregulärer Migration leisten. Saidou Diop wünscht sich, dass Senegal eines Tages international für seine Korbwaren bekannt wird. Auch ein Label „made in Senegal“ hat er schon im Kopf: „ästhetisch und robust“.

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